Fachinformationen für Beratungs- und Behandlungsstellen und Ärzte
Die Vermittlung in die Fachklinik Haus Möhringsburg erfolgt durch Hausärzte, Beratungs- und Behandlungsstellen für Suchtkranke, durch Krankenhäuser und durch niedergelassene Psychotherapeuten. Mit allen zuweisenden Stellen können im Vorfeld bezüglich des Behandlungsplans individuelle Absprachen getroffen werden, der Patient kann zu einem Vorgespräch in die Klinik überwiesen werden. Behandlungsplan und -dauer sowie die Therapiemaßnahmen richten sich nach Indikation und Schwere der Erkrankung.
Die Rehabilitationsbehandlung in der Fachklinik Haus Möhringsburg und alle notwendigen stationären Vorbehandlungen, wie Akutentgiftung und Qualifizierte Entzugsbehandlung, können unter einem Dach im Klinikum Osnabrücker Land in Georgsmarienhütte durchgeführt werden. Die umfassende medizinische Versorgung liegt in einer Hand. Bei Bedarf und den entsprechenden Voraussetzungen erfolgt der Übergang in die Rehabilitationsbehandlung nahtlos.
Behandlungsformen
Die Fachklinik Haus Möhringsburg bietet stationäre und ganztägig-ambulante (tagesklinische) Entwöhnungsbehandlungen unterschiedlicher Dauer an. Für die ganztägig-ambulante Rehabilitation bestehen spezielle Vorgaben seitens der Leistungsträger, die wir für Sie in einem zusammengefasst haben.
Als besondere Behandlungsform wird gemeinsam mit den ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen in der Region die Kombinationsbehandlung Nord (Kombi-Nord) durchgeführt. Die traditionell enge Zusammenarbeit mit den Fachambulanzen wurde zum Wohle der Abhängigkeitskranken weiter intensiviert, so dass eine langfristige Behandlung mit einem problemlosen Wechsel von ambulanten, ganztägig-ambulanten und stationären Behandlungsmodulen möglich ist.
Zielgruppen
Altersgruppen: 18-80 Jahre
Männer
In der Tradition ist die Fachklinik Haus Möhringsburg bekannt für die stationäre medizinische Rehabilitation für Männer mit einer Abhängigkeitserkrankung. Für die Behandlung von Männern im Alter von 18 bis 80 Jahren stehen 3 Bezugsgruppen zur Verfügung. Die unterschiedlichen Anforderungen und Perspektiven im Bereich Teilhabeförderung bilden eine der Grundlagen für die Zuordnung in eine der Behandlungsgruppen.
Die Doppelzimmer und Rückzugsräume der Patienten befinden sich auf einer separaten Station, bei besonderen Indikationen stehen einige Einzelzimmer zur Verfügung. Die Versorgung erfolgt an einem gemeinsamen Büffet mit den Patientinnen, die Mahlzeiten werden von den Patienten in einem eigenen Speiseraum eingenommen.
Die ganztägig-ambulante Rehabilitation erlaubt Männern eine wohnortnahe Rehabilitation mit stützender Tagesstruktur und größtmöglichem Erhalt des Alltagsbezuges (z. B. zur Aufrechterhaltung und Förderung der Rolle als Familienvater und Partner, Beibehaltung von Aufgaben in der Versorgung der Kinder oder pflegebedürftiger Angehöriger, gegenwärtige Bedenken gegenüber einer rein stationären Behandlung o.ä., Umkreis max. 40 km).
Die Kombination von stationärer und ganztägig-ambulanter Rehabilitation gehört für uns zu einer individuellen Behandlungsgestaltung und zur Verbesserung des Übergangs von stationären zu ambulanten Bedingungen dazu, z. B. im Rahmen der Kombi-Nord oder Kombinationstherapien als Einzelfallentscheidung anderer Leistungsträger.
Eine Akutentgiftung und oder Qualifizierte Entzugsbehandlung zur Vorbereitung auf die Rehabilitation kann innerhalb des Suchtkompetenzzentrums (Klinikum Osnabrücker Land) vermittelt werden.
Frauen
Seit 2005 bietet die Fachklinik eine geschlechtsspezifische Behandlung abhängigkeitskranker Frauen an. Die Fachabteilung für Frauen besteht aus einer Therapiegruppe mit maximal 10 Frauen aller Altersgruppen und unterschiedlichen Komorbiditäten.
Die Behandlung findet ausschließlich durch weibliches Fachpersonal statt (Bezugsgruppe, Einzelgespräche, Ergo- und Physiotherapie, PC-Kurs).
Die Zimmer und Rückzugsräume der Patientinnen sind auf einer separaten Station gelegen und bieten einen besonderen und überschaubaren Schutzraum. Die Versorgung erfolgt an einem gemeinsamen Büffet mit den Patienten, die Mahlzeiten werden von den Patientinnen in einem separaten Speiseraum eingenommen.
In der Fachklinik Haus Möhringsburg wird den Patientinnen ermöglicht, fern von gesellschaftlich festgelegten Rollenerwartungen, Zugang zu den eigenen Ressourcen und einen Weg aus geschlechtsspezifischer Abhängigkeit zu finden.
Im Bereich Teilhabeförderung gehen wir auf die spezifischen Bedürfnisse unserer Patientinnen zur beruflichen Wiedereingliederung oder Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe im Anschluss an die aktive Erwerbs- und Familienphase ein.
Die ganztägig-ambulante Rehabilitation erlaubt Frauen eine wohnortnahe Rehabilitation mit stützender Tagesstruktur und größtmöglichem Erhalt des Alltagsbezuges. So kann diese Rehaform angezeigt sein zur Vermeidung einer stationären Fremdunterbringung von Kindern in Kombination mit Tagespflege oder bei gegenwärtigen Bedenken gegenüber einer rein stationären Behandlung (Umkreis Wohnort Klinik max. 40 km).
Die Kombination von stationärer und ganztägig-ambulanter Rehabilitation gehört für uns zu einer individuellen Behandlungsgestaltung und zur Verbesserung des Übergangs von stationären zu ambulanten Bedingungen dazu, zum Beispiel im Rahmen der Kombi-Nord oder Kombinationstherapien als Einzelfallentscheidung anderer Leistungsträger.
Eine Akutentgiftung und oder Qualifizierte Entzugsbehandlung zur Vorbereitung auf die Rehabilitation kann innerhalb des Suchtkompetenzzentrums (Klinikum Osnabrücker Land) vermittelt werden.
Patientinnen und Patienten mit einem besonderen Behandlungsbedarf durch ein körperliches, seelisches oder geistiges Handicap
Die Fachklinik Haus Möhringsburg ist barrierefrei. Das Behandlungsteam ist auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit einer körperlichen Behinderung, einer Sehbehinderung oder Lernbehinderung eingestellt.
Voraussetzung ist, dass die Mobilität mit den entsprechenden Hilfsmitteln wie Rollator, Rollstuhl oder Blindenlangstock im häuslichen Alltag bereits sicher gegeben ist oder in der Fachklinik wieder sicher trainiert werden kann.
Gerne können Sie sich mit uns in Verbindung setzen und klären, ob das Behandlungsangebot und die Gegebenheiten von Gebäude und Umgebung für die Rehabilitation Ihrer Patienten mit einer Behinderung geeignet sind. Bei Bedarf ist eine Vorstellung sinnvoll, um sich vor Ort davon zu überzeugen. Ab dem Bahnhof Osnabrück können wir bei Bedarf einen Abholservice anbieten.
Ältere Männer und Frauen nach der aktiven Erwerbs- und Familienphase
KlarAktiv nennt sich unser besonderes Konzept für alkohol- und medikamentenabhängige Frauen und Männer im Vorruhestand oder Ruhestand und nach der Familienphase sowie für Frauen und Männer bei denen altersbedingt eine Rückkehr in das Erwerbsleben nicht mehr Erfolg versprechend ist. Es handelt sich um ein Angebot in der Region Osnabrück in Kooperation mit den Fachstellen des Diakonischen Werkes in Stadt und Landkreis Osnabrück.
Darüber hinaus gibt es wiederkehrende Anfragen von Hausärzten außerhalb der Region, auch diese Patienten können natürlich im Rahmen des Programms im Klinikum und in der Möhringsburg behandelt und in der Fachstelle am jeweiligen Wohnort weiterbehandelt werden.
Das Angebotsspektrum zeichnet sich aus durch:
- Akutentgiftung und Qualifizierter Entzug sind innerhalb des Suchtkompetenzzentrums (Klinikum Osnabrücker Land) als Vorbereitung auf die Reha möglich
- Diagnostik und Mitbehandlung internistischer und anderer Erkrankungen unter Einbeziehung der Fachabteilungen des Klinikums Osnabrücker Land möglich (u.a. internistische, geriatrische und palliative Fachabteilungen)
- Therapie in einem familiären und überschaubaren Rahmen
- Die ganztägig-ambulante Rehabilitation erlaubt eine wohnortnahe Rehabilitation mit stützender Tagesstruktur und größtmöglichem Erhalt des Alltagsbezuges
- Kombinationsbehandlung über die gesetzliche Krankenversicherung als Einzelfallentscheidung
KlarAktiv kann also heißen: Beratung, Entzugsbehandlung bis zu 3 Wochen, ambulante Entwöhnungsbehandlung zwischen 6 und 18 Monaten, stationäre und oder ganztägig-ambulante Entwöhnungsbehandlung zwischen 6 und 12 Wochen. Dies sind Bausteine, die unterschiedlich kombiniert werden können. Die Weiterbehandlung in der Fachstelle vor Ort wird von uns rechtzeitig eingeleitet. Die Fachstellen des Diakonischen Werkes in Stadt und Landkreis Osnabrück bieten in Georgsmarienhütte ein spezielles ambulantes Weiterbehandlungsangebot an, an dem die Patienten bereits in den letzten Wochen des Aufenthaltes in der Fachklinik teilnehmen können.
Wichtigster Motor für die Veränderungsbereitschaft der Menschen im dritten und vierten Lebensabschnitt ist der Wunsch ihre Würde wieder herzustellen. Schuldgefühle, Schamgefühle und Selbstwertprobleme spielen bei Patientinnen und Patienten dieser Altersgruppe eine große Rolle, deshalb ist die Basis unseres Vorgehens die uneingeschränkte Würdigung der bisherigen Lebensleistung. Wir stärken die Würde, Autonomie und Eigenverantwortung und fördern die Ressourcen der Patienten.
Im Zentrum steht die Gruppentherapie, hier können die häufig sozial isolierten Patienten ihre lange nicht genutzten sozialen Kompetenzen wiederentdecken und verbessern. Sind Bezugspersonen vorhanden, können sie an der Gruppentherapie oder an der Angehörigenarbeit teilnehmen. Miteinander Freizeit zu gestalten ist sehr wichtig und wichtig sind die Einzelgespräche. Hier geht es in der Regel um tabuisierte Themen, Themen über die die Patienten bisher mit niemandem sprechen mochten. Das können sein: Verlust der großen Liebe des Lebens, erlebte Gewalt in Beziehungen, nicht gelebte Trauer, Kriegserlebnisse, Angst und Unsicherheit im Umgang mit Kindern und Enkeln, innere und äußere Einsamkeit, Fragen zur jetzigen und zukünftigen Lebensgestaltung (Freizeit, Sozialkontakte, Wohnform, Unterstützungsbedarf, etc.) und vieles mehr. Es geht häufig auch darum, den Zusammenhang zwischen körperlichen und seelischen Schmerzen und dem Alkohol- und Medikamentenkonsum als Selbstheilungsversuch zu erkennen. Während der Entwöhnungsbehandlung stellen sich etwa wöchentlich Selbsthilfegruppen vor.
Indikationsgruppen zur Förderung der Ressourcen sind: Bewegungstherapie, Entspannungstraining, Ergotherapie, Ganzheitliches Gedächtnistraining, Seelsorge, EDV-Kurs und Anleitung zur Haushaltsführung. Bei allen während der Rehabilitationsbehandlung angebotenen Indikationsgruppen geht es um die Förderung der Ressourcen der Patienten. Alles was während der Therapie geschieht, soll die Lebensqualität der genannten Klientel erhöhen und gleichzeitig die Bewältigungsstrategien für die Belastungen des dritten und vierten Lebensalters verbessern.
Die Therapieziele werden mit jeder Patientin und jedem Patienten individuell vereinbart, sie lassen sich in der Regel unter folgenden Stichworten subsumieren: Entdecken neuer Lebensinhalte (Freude an Vergnügungen und Interessen), Erarbeiten von Perspektiven für den aktuellen und weiteren Lebensabschnitt (z.B. auch die Frage nach Möglichkeiten eines möglichst langen selbstbestimmten und –organisierten Wohnens und künftigen Unterstützungsbedarfes), Auseinandersetzung mit Verlust, Krankheit und Tod, sowie Rückfallprophylaxe. Wiederkehrende Themen sind: Abschied vom Erwerbsleben, Verlust wichtiger Bezugspersonen, Schuld- und Schamgefühle, Körperliche und soziale Einschränkungen, Loslassen bzw. Neuanfang, Sinnfragen und spezielle Belastungen aus der Vergangenheit, wie unverarbeitete Traumata.
Patienten mit Migrationshintergrund
Die Fachklinik verfügt über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit Migrationshintergrund. Das Behandlungsteam ist auf die Berücksichtigung der kulturellen Besonderheiten insbesondere von Patienten türkischer Herkunft sowie von Patienten mit Wurzeln in den Staaten der russischen Föderation eingestellt. Bei den Mahlzeiten ist eine Berücksichtigung von Religionskost möglich.
Im Bereich des ärztlichen Dienstes ist eine Beratung und Behandlung in russischer Sprache, darüber hinaus auch in englischer und französischer Sprache möglich.
Substitutionsbehandlung: Entwöhnung vom Beikonsum und Teilhabeförderung
Eine Rehabilitation von Patienten mittleren Alters mit erhaltenener Erwerbsfähigkeit sowie in der vorübergehenden oder auch dauerhaften Erwerbsunfähigkeit, die sich in einer Substitutionsbehandlung befinden und sich nach einer Entgiftung vom sogenannten Beikonsum dauerhaft vom Beigebrauch von Alkohol und oder Medikamenten wie Benzodiazepinen entwöhnen wollen, ist im Einzelfall mit vorheriger Klärung möglich.
Sekundäre oder beginnende Glückspiel- oder Online-Abhängigkeit in Kombination mit einer stoffgebundenen Sucht
Im Einzelfall ist eine Behandlung von Patienten mit einer stoffgebundenen Primärabhängigkeit und sekundärer Glückspielabhängigkeit oder exzessivem Computer- und Internetgebrauch oder bei Patienten mit einer beginnenden primären Glückspielabhängigkeit und auffälligem Alkohol- oder Medikamentenkonsum (Tendenz Suchtverlagerung) möglich. Voraussetzung ist, dass sich der Patient und der ambulante Behandler mit einer Basisbehandlung in einer überschaubaren Klinik mit dem Behandlungsschwerpunkt Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit anfreunden können. Als günstig hat sich erwiesen, wenn der Patient den therapeutisch begleiteten Transfer von den stoffgebundenen Süchten auf das pathologische Glücksspiel mit tragen kann. Auf die Besonderheiten der
pathologischen Glücksspielsucht gehen wir in der Gruppenbehandlung sowie in den Einzelgesprächen und einer individuellen Rückfallprophylaxe ein. Kontraindiziert ist eine ausgeprägte pathologische Glücksspielsucht mit einer zugrundeliegenden und fachärztlich diagnostizierten Persönlichkeitsstörung (nach den Kriterien des ICD 10).
Patienten mit pathologischem Computer- und Onlinekonsum sollte klar sein, dass in unserer Klinik anderen Patienten der Gebrauch von privaten Laptops möglich ist. Die Behandlungsmöglichkeiten hängen also auch hier von der Schwere der Abhängigkeitssymptomatik ab.

