Nierenkoliken entpuppen sich als Wehen (12.03.2009)

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21-Jährige von Geburt überrascht

Osnabrück, 12. März 2009. „So was liest man nur in der Zeitung“, war sich Diandra Ratke eigentlich immer hundertprozentig sicher – bis zum 12. März. Am Abend des 11. März litt sie unter Bauch- und Rückenschmerzen sowie leichtem Fieber. Ihre  Eltern dachten, es handle sich um Nierenkoliken. Zur Sicherheit brachten sie ihre Tochter in ein Krankenhaus. Auch dort war man sich nicht ganz sicher und überwies die Patientin gegen 23.30 Uhr in das Klinikum Osnabrück. Keine zwei Stunden später um 1.05 Uhr war die ahnungslose Melleranerin plötzlich stolze Mutter eines süßen Mädchens. Einen Namen hat die Kleine noch nicht.

„Ich habe überhaupt nichts von der Schwangerschaft bemerkt“, berichtet sie einige Stunden nach der Geburt erschöpft und noch immer überrascht mit dem Baby im Arm. Sie habe zwar in den vergangenen Monaten ein paar Pfunde zugelegt aber ansonsten keine Anzeichen einer Schwangerschaft wahrgenommen. Außerdem hat die Hotelfachfrau bis vor wenigen Tagen gearbeitet, viel Sport getrieben und war Anfang des Jahres sogar noch im Skiurlaub. „Zunächst war ich schon leicht geschockt als es hieß, das seien Wehen. Aber jetzt freue ich mich riesig!“

Auch wenn es unglaublich klingt: Jährlich erfahren rund 300 Frauen in Deutschland erst kurz vor der Geburt von ihrer Schwangerschaft. „Jede Schwangerschaft verläuft anders. Einige wenige Frauen haben keinerlei Beschwerden und auch der Bauchumfang nimmt nur geringfügig zu“, erläutert Klinikum-Chefarzt Dr. Dr. Yves Garnier das Phänomen. „Rechnet die Frau zudem überhaupt nicht damit, schwanger zu sein, werden die wenigen und kleinen Symptome einfach nicht wahrgenommen beziehungsweise nicht richtig gedeutet.“

Während andere Eltern sich monatelang auf Geburt und Elternschaft vorbereiten, Fachliteratur wälzen, Kurse besuchen, Baby-Abteilungen stürmen und schrittweise eine Bindung zu dem ungeborenen Kind aufbauen, blieb Diandra Ratke nur ein Zeitraum von wenigen Minuten, um sich auf die Mutterrolle einzustellen. Auch die frischgebackenen Tanten, Großeltern und Urgroßeltern wurden vom neuen Familienmitglied überrascht: Sie alle werden tatkräftig mithelfen, die neue Situation zu meistern.

Wie aus heiterem Himmel wurde sie zur Mutter: Diandra Ratke kam mit „Nierenschmerzen“ ins Klinikum und wurde direkt in den Kreißsaal gebracht.
Hebammenschülerin Kirsten Schäfer unterstützt die junge Mutter.

Letzte Änderung: 18. Oktober 2009