Früh- und Neugeborenen-Intensivstation
Früh- und Neugeborenenintensivstation des Kinderhospitals am Klinikum Osnabrück
Leiter:
Dr. med. Jürgen Nawracala (Oberarzt)
Auf der Station werden alle Früh- und Neugeborenen betreut, die eine intensivmedizinische Behandlung nach der Geburt benötigen.
Die Station wurde 1999 vom Kinderhospital in unmittelbare Nähe des Kreißsaales des Klinikums Osnabrück verlegt, um den Anforderungen einer modernen neonatalen Intensivmedizin im Sinne eines Perinatalzentrums Level I zu entsprechen. So ist eine rasche und optimale Versorgung durch pädiatrische Spezialisten in der Neu- und Frühgeborenen-Intensivmedizin gewährleistet. Die pädiatrischen Fachärzte und Intensiv-Schwestern sind schon bei der Geburt anwesend und versorgen unmittelbar nach der Geburt, noch im Kreißsaal, die Kinder.
So bald es der Zustand des Kindes zulässt, werden die Eltern mit in die Pflege ihrer Kinder einbezogen. Es ist erwiesen, dass schon sehr unreife Frühgeborene, wenn auch erst in sehr elementarer Weise, ihre Umwelt „erspüren“. Es ist erkennbar und für die Eltern beglückend zu erleben, dass sie ihre Nähe wahrnehmen, ihr Streicheln, ihre Köperwärme, ihre Stimme. Deswegen ermuntern wir die Eltern, mit ihren Kindern zu „spielen“, mit ihnen zu sprechen, ihnen vertraute Stimmen, Geräusche oder Kindermusik auf Kassetten nahe zu bringen.
Besonderen Wert legen wir in diesem Zusammenhang auf das „Kängu-Ruhen”, bei dem ein intensiver Körperkontakt zwischen Eltern und Kind erfolgt. Beim “Kängu-Ruhen” wird das Kind, nur mit einer Windel bekleidet, auf die nackte Brust von Vater oder Mutter gelegt und mit einem Fell oder einer Decke zugedeckt. Körperwärme, elterlicher Herzschlag, Atembewegungen, Körpergeruch und Stimme nimmt das Kind als „unverwechselbar meine Eltern“ wahr.
Wir wissen, dass die psychischen Belastungen für die Eltern mit einem Frühgeborenen oder kritisch kranken Neugeborenen sehr groß sind. Deswegen bieten wir Kontakte mit einem in der Problematik erfahrenen Psychologen an sowie regelmäßige Elterngesprächskreise, wo sich Eltern mit gleichen Ängsten und Sorgen austauschen können. Sie machen sich gemeinsam Mut, stützen einander. Nicht selten entstehen an diesen Abenden freundschaftliche Beziehungen unter den Eltern, die weit über die Zeit auf der neonatologischen Intensivstation hinaus Bestand haben.
Weitere Informationen zum Thema: Zu jung zum Leben? (Artikel aus “DIE ZEIT” 36/2008)






