Operationsmethoden bei Bauchwand- und Nabelbrüchen
Offene Verfahren:
Nur kleine Nabel-/Narbenbrüche bis zu einem Bruchpfortendurchmesser von 2 cm bei Patienten ohne Risikofaktoren für einen Wiederholungsbruch (=Rezidiv) können durch eine direkte Naht der Bruchlücke versorgt werden. Bei größeren Narbenbrüchen liegt das Risiko eines Rezidives (Wiederholungsbruches) bei bis zu 50%, d.h. der einfache Nahtverschluß versagt bei nahezu jedem zweiten Patienten. Bei der Versorgung von größeren Brüchen kann der Nahtverschluß meist nur unter erheblicher Anspannung der Wundränder und Raffung der Bauchdecken erreicht werden. Dies kann zu einem Anstieg des Bauchinnendruckes führen. Dadurch können die Nähte ausreißen und ein Wiederholungsbruch entsteht. Schlimmstenfalls kann bei einem Nahtverschluß bei sehr großer Narbenbrüchen durch die Bauchinnendrucksteigerung eine lebensbedrohliche Beeinträchtigung der Atmung und Durchblutungsstörung von Bauchorganen entstehen (Kompartment).
Aufgrund der o.g. Problematik werden alle über 2 cm großen Narbenbrüche spannungsfrei mit einem Kunststoffnetz aus Polypropylene versorgt. Das Netz wird dabei stets in der sogenannten “Sublay-Technik” zwischen Bauchwand und Bauchfell eingebracht. Um Wiederholungsbrüche sicher zu verhindern, ist eine ausreichende Überlappung der Bruchpforte von mindestens 5 cm einzuhalten. Jedes Netz wird individuell zugeschnitten und in Abhängigkeit von der Bruchpfortengröße so klein wie möglich gehalten.
Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Bei der direkten Naht wird der Eingriff in der Regel ambulant durchgeführt. Die Versorgung in Sublay-Technik erfordert eine stationäre Behandlung. Bei unauffälligem post-operativen Verlauf ist mit einer Entlassung am 3-5. Tag post-operativ zu rechnen.
Eine vorsichtige Mobilisation (An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren) erfolgt sofort. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10 – 14 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten wie Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Fahrrad- und Autofahren möglich. Mit schwerer körperlicher Arbeit kann 3 – 4 Wochen nach der Operation begonnen werden.
Laparoskopisches Verfahren( Lap-IPOM):
Wie auch in anderen Bereichen der modernen Chirurgie ist man bemüht das Operationstrauma durch den Zugangsweg möglichst gering zu halten. Das erklärt die eindeutig nachgewiesene geringere Rate an post-operativen Wundkomplikationen im Vergleich zur konventionellen Versorgung. Hierbei werden über mehrere kleine Einstiche (0,5-1 cm) in der Bauchwand eine Kamera und Instrumente in den Bauch eingeführt. Zunächst müssen dann die meist ausgeprägten Verwachsungen im Bereich des Bruches gelöst werden. Dieser Schritt ist meist der aufwendigste Teil der Operation. Besondere Aufmerksamkeit wird hierbei der Unversehrtheit des Darmes gewidmet, da eine unerkannte Verletzung des Darmes eine gefürchtete Komplikation darstellt. Ein speziell beschichtetes Netz wird in die Bauchhöhle eingebracht, ausgebreitet, über die Bruchlücke gelegt und mit speziellen Nähten und Tackern in der Bauchwand befestigt. Diese Methode ist besonders vorteilhaft bei Patienten, bei denen nur wenig Verwachsungen zu erwarten sind (z.B. bei einem Wiederholungsbruch nach Nabelbruch-Operationen). Um Wiederholungsbrüche sicher zu verhindern, muss das Netz bei großen Brüchen die Bruchpforte in allen Richtungen ca. 5 cm überlappen. Gelegentlich tritt nach der Einlage großer Kunststoffnetze ein Fremdkörpergefühl oder Ansammlungen von Wundwasser (Serome) in der Bauchwand auf. Durch die Verwendung von Netzen hat sich die Rückfallquote deutlich reduzieren lassen.
Die Operation bedarf einer Vollnarkose und muss unter stationären Bedingungen erfolgen. Das post-operative Regime ist anhand eines Behandlungsstandards festgelegt. Der Kostaufbau kann unverzüglich beginnen. Eine adäquate Schmerztherapie ist vorgesehen und wird engmaschig abgefragt.
Wir bevorzugen das Tragen einer angepassten Bauchbinde, da es einerseits dem Patienten eine Art Sicherheitsgefühl bei der Mobilisation gibt und andererseits der Bildung von Blutergüssen und Seromen (Wundwasseransammlungen) entgegenwirkt. Bei unauffälligem post-operativem Verlauf erfolgt die Entlassung am 5.post-operativen Tag. Eine engmaschige nach-stationäre Betreuung wird über unsere Herniensprechstunde gewährleistet.
Eine vorsichtige Mobilisation (An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren) erfolgt sofort. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 10 – 14 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten wie Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Fahrrad- und Autofahren möglich. Mit schwerer körperlicher Arbeit kann 3 – 4 Wochen nach der Operation begonnen werden.

