Lebensretter werden ist nicht schwer

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Ganze Abteilung des Klinikums ließ sich typisieren

Ein Leukämie-Patient in der Slowakei kann neue Lebenshoffnung schöpfen: Heiner Bekermann, Physiotherapeut am Klinikum Osnabrück, hat sich als sein genetischer Zwilling herausgestellt. Die Stammzellspende wird dem 38-jährigen Slowaken hoffentlich das Leben retten, wie der Spender Bekermann stark hofft.

Begonnen hatte alles vor rund 10 Jahren mit einer Typisierungsaktion, zu der damals von der Organisation „Hilfe für Petra“ aufgerufen wurde. „Eine Kollegin hat uns damals  mobilisiert, uns untersuchen und registrieren zu lassen“, erinnert sich Bekermann. Eine 10-köpfigen Mannschaft der Abteilung für Physiotherapie nahm an der öffentlichen Typisierungsaktion teil. Erst im vergangenen Jahr erhielt Heiner Bekermann Post von der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei: Ein Leukämie-Patient aus der Slowakei, sein genetischer Zwilling, warte dringend auf eine Spende. „Da zögert man nicht eine Sekunde, sondern fragt nur wann und wo.“

Bekermann nahm für einige Tage ein Medikament, das die Produktion von Stammzellen ankurbelt. „Ich hatte daraufhin leichte Knochenschmerzen, aber überhaupt nicht der Rede wert, schon gar nicht im Vergleich zur Leidensgeschichte des Patienten“, so Bekermann. Dann wurden ihm in einer mehrstündigen Blutwäsche die Stammzellen aus dem Blut entnommen und schnellstens in die Slowakei gebracht. Die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, ist äußerst gering. Rein statistisch beträgt sie eins zu mehrere Millionen. Leider hat nicht jeder Patient das Glück, eine rettende Stammzellspende zu erhalten.

In regelmäßigen Abständen erhält Bekermann Nachricht, wie es dem Patienten geht. Die Stammzellen wurden ihm verabreicht und sein Körper hat sie nicht abgestoßen. „Bisher ist der Verlauf recht gut“, so der Physiotherapeut weiter. Noch kennt er weder einen Namen, noch weiß er nähere Details. Erst in einigen Jahren können Patient und Spender Kontakt miteinander aufnehmen, wenn beide Seiten dies möchten, so die Regeln der DKMS.

Klinikum-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Hermes (Mitte) überreicht Heiner Bekermann (r.) die Spender-Urkunde von der DKMS. Betriebsratsvorsitzende Angelika Simon freut sich mit.

Letzte Änderung: 16. Februar 2012