Spatenstich am Klinikum: Frühzeitige Reaktion auf demografischen Wandel

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Klinikum Osnabrück setzt innovatives Konzept um: Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie

Dieses außergewöhnliche und innovative Konzept ist dem Land Niedersachsen die Fördersumme von 19 Millionen Euro wert: Nach der baulichen und organisatorischen Zusammenführung der Neurologischen und der Geriatrischen Klinik in einem neuen Gebäudekomplex (Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie) mit 220 Betten am Finkenhügel wird das Klinikum Osnabrück vor allem Schlaganfall- und geriatrischen Patienten ein ganz neues Niveau der Versorgung bieten. Auch die Neurochirurgie wird dort in enger Kooperation mit der Paracelsus-Klinik eingebunden. Das Klinikum Osnabrück wird selbst weitere 11 Millionen Euro investieren. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für den Beginn des Jahres 2014 geplant.

Im neuen Zentrum werden akut neurologisch erkrankte sowie ältere Menschen mit typischen altersbedingten Erkrankungen behandelt werden. „Das fachübergreifende Konzept, welches das Klinikum vorgelegt hat, entspricht vollkommen unseren Vorstellungen einer zukunftsweisenden, integrierten Patientenversorgung. Das Klinikum reagiert damit frühzeitig auf den demografischen Wandel und die zukünftigen Anforderungen an die medizinische Versorgung“, so Dr. Boris Robbers, Referatsleiter Krankenhäuser des Niedersächsischen Sozialministeriums. Auf fünf Ebenen und insgesamt über 16.000 Quadratmetern werden die Akutneurologie, die Neurologische Frührehabilitation, Geriatrie, Geriatrische Rehabilitation, Palliativmedizin und Neurochirurgie unter einem Dach zusammengefasst. Die jeweilige fachbezogene Diagnostik und Therapien werden in die Stationen integriert sein, ebenso die intensivmedizinische Betreuung. So entstehen geschlossene Behandlungsketten: „Wir heben die Grenzen zwischen den Fachbereichen sowie zwischen Diagnostik und Therapie weitestgehend auf, um alle notwendigen Angebote um unsere Patienten herum zu bündeln“, erläutert Dr. Hansjörg Hermes, Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH das Konzept. „Weiterhin können im neuen Zentrum sinnvolle Synergieeffekte realisiert und aufgrund der kurzen Wege Arbeitsprozesse gestrafft werden. Von dieser Strategie, die in Zukunft weiterhin unsere Entwicklung bestimmen wird, profitieren unsere Patienten und sie kommt der Kostenstruktur langfristig zu Gute“, ergänzt der Aufsichtsratsvorsitzende, Michael Hagedorn.

Es wird zudem einen Therapiegarten für die Frührehabilitation geben, der auch für kognitiv eingeschränkte Patienten geeignet ist. Insgesamt rund 230 Mitarbeiter in Medizin, Pflege und Therapie werden sich dort um das Wohl von geschätzten 5.800 Patienten pro Jahr kümmern. „Osnabrück wird damit eine vorbildhafte Versorgungsstruktur vorweisen können. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität unserer Region“, bestätigt der Oberbürgermeister der Stadt Osnabrück, Boris Pistorius.

Bisher befand sich die Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin am Standort Natruper Holz, die Stroke Unit (Neurologie) am Finkenhügel. Patienten, die sowohl in Abteilungen am Finkenhügel als auch am Natruper Holz untersucht und behandelt werden, müssen bislang zwischen den Standorten transportiert werden. Nach Inbetriebnahme ist damit die gesamte akutmedizinische Behandlung des Klinikums am Standort Finkenhügel vereint.

Das Gebäude am Natruper Holz ist schon jetzt für eine vielfältige Nachnutzung verplant: Die Akademie des Klinikum Osnabrück wird dort die Gesundheits- und Krankenpflegeschule, die Hebammen- sowie MTA-Schule unterbringen und auch alle weiteren Aus-, Fort- und Weiterbildungsaktivitäten konzentrieren. Außerdem wird der Fachbereich Dermatologie der Universität Osnabrück weitere Räumlichkeiten in Anspruch nehmen. Das AMEOS-Klinikum ist dort bereits mit einer psychosomatischen Abteilung vertreten.

Beispiel Behandlungskette Schlaganfall

Ein Patient wird mit Verdacht auf Schlaganfall eingeliefert. Er wird sofort in der intensivmedizinischen Einheit des neuen Zentrums aufgenommen und erhält die wichtige und zeitkritische Erstversorgung der Stroke Unit. Auf der direkt angeschlossenen Überwachungsstation wird er bestmöglich überwacht und weiter behandelt. Hier wird schon mit der neurologischen Frührehabilitation begonnen, ohne dass der Patient die Station verlassen muss. Auch die weitere Rehabilitation findet im Haus statt. Die gesamte Behandlungskette wird auf kürzesten Wegen realisiert.

Beispiel Behandlungskette geriatrischer Patient

Ältere Menschen sind anders krank als junge Menschen. Im Alter kommen oft mehrere verschiedene Erkrankungen zusammen, die Wechselwirkungen mit sich bringen. Auch die Behandlungen der einzelnen Erkrankungen müssen unter dem Aspekt der Wechselwirkungen geplant werden. Hinzukommen motorische und/oder kognitive Einschränkungen und eine größere Sensibilität gegenüber Stress und Veränderungen. Im neuen Gebäudekomplex sind alle hierfür notwendigen Angebote, insbesondere auch intensivmedizinische und palliativmedizinische zusammengefasst, um so alle Aspekte „aus einem Guss“ anbieten zu können. Darüber hinaus kann die Behandlung Hochaltriger in anderen, insbesondere operativ tätigen Fachbereichen noch besser konsiliarisch unterstützt werden.

Den Spatenstich nahmen vor: (v.l. nach r.): Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Dieter Hölscher, Betriebsratsvorsitzende Angelika Simon, Pflegedirektorin Marion Büchsenschütz, Chefarzt der Neurologie Prof. Dr. Florian Stögbauer, Chefarzt der Geriatrie Prof. Dr. Dieter Lüttje, Klinikum-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Hermes, Aufsichtsratsvorsitzender Michael Hagedorn, Oberbürgermeister Boris Pistorius

Letzte Änderung: 13. Januar 2012