Klinikum Osnabrück

Aktuelles

„Gewaltiger logistischer Aufwand“

Das Klinikum Osnabrück hat sein neues „Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie“ (ZNG), wie der 220-Betten-Neubau auf dem Finkenhügel nun endgültig heißt, in Betrieb genommen. Knapp zwei Monate nach der Übergabe des Rohbaus wurden jetzt alle Patienten aus den Abteilungen für Neurologische Frührehabilitation und für Geriatrie/Palliativmedizin, die bisher im Standort Natruper Holz untergebracht waren, in den Neubau auf dem Finkenhügel verlegt.

Dank der generalstabsmäßigen Planung ist dabei alles mit der Präzision eines Uhrwerks abgelaufen: Innerhalb weniger Stunden waren alle Patienten wohlbehalten in ihren neuen Zimmern auf dem Finkenhügel angekommen. Die meisten Patienten legten den Weg in Bussen zurück. 29 Patienten wurden liegend transportiert, also in Krankenwagen gefahren, wobei darunter auch Patienten mit Absaugevorrichtungen, Isolierungspflichtige und solche waren, die ständig von Ärzten oder Fachpersonal begleitet werden mussten.

Die Patienten wurden stationsweise verlegt, die meisten von ihnen waren nur etwas mehr als eine halbe Stunde lang unterwegs. Pfleger, Schwestern und Ärzte brachten die Patienten in die Busse und Krankenwagen, nach immer begleiteten Fahrten wurden sie von weiteren Krankenhauskräften auf dem Finkenhügel in Empfang genommen und in ihre Zimmer geleitet oder gebracht. Jeder war mit einem Umhängeschild versehen, auch das Gepäck wurde mitgenommen.

An dem Umzug waren zahlreiche Mitarbeiter des Klinikums und externe Kräfte wie die Besatzungen der Rettungswagen beteiligt. Alles war bis ins Detail geplant, die Patienten und Angehörigen waren durch ausführliche schriftliche und mündliche Informationen gut auf alles vorbereitet. Jeder wusste bis auf zwei Stunden genau, wann er in sein neues Bett umziehen würde. Angekommen auf dem Finkenhügel freuten sich alle über die großzügig gestalteten und modern eingerichteten Zimmer in dem Neubau. Vor allem die großen Fenster kamen gut an.

„Es steckt eine minutiöse Vorbereitung darin, dass alles so reibungslos abgelaufen ist. Es sah einfach aus – aber in Wirklichkeit war es ein gewaltiger logistischer Aufwand, den unsere Mitarbeiter wirklich glänzend bewältigt haben. Dafür danke ich allen Beteiligten sehr“, lobte Frans Blok, der Geschäftsführer des Klinikums Osnabrück. In dem ZNG stehen auf fünf Ebenen 122 hell und modern gestaltete Bettenzimmer sowie Therapieräume, eine Intensivstation, Operationssäle und alle weiteren wichtigen Untersuchungs- und Behandlungseinrichtungen für Patienten aus den Bereichen Neurologie, Geriatrie und Palliativmedizin zur Verfügung. Auch eine Stroke Unit mit den bei Schlaganfällen so wichtigen Einrichtungen für die (Früh-)Rehabilitation ist vorhanden.

In dem Zentrum sind die Akutneurologie, die neurologische Frührehabilitation, die Geriatrie, die geriatrische Rehabilitation und die Palliativmedizin angesiedelt. Geriatrie und Palliativmedizin waren bisher im Standort Natruper Holz untergebracht, der aufgegeben wird. „Der ZNG bringt viele wirtschaftliche Vorteile, da künftig keine Krankentransporte mehr bei Untersuchungen und Operationen nötig sind, vor allem aber bedeutet es einen großen Schritt nach vorn bei der medizinischen Versorgungsqualität für die ganze Region. Das Zentrum ist so ausgelegt, dass Patienten gleichzeitig in allen nötigen medizinischen Fachgebieten behandelt werden und nicht mehr nacheinander die verschiedenen medizinischen Abteilungen durchlaufen. Gerade in der Neurologie ist das wichtig“, machte Blok deutlich. Auch in den Bereichen der Alters- und Palliativmedizin verbessere das ZNG das Versorgungsangebot.

Das multidisziplinäre Zentrum mit seinen hoch spezialisierten Einrichtungen wurde in 2,5-järhiger Bauzeit für 37,9 Mio. Euro errichtet. Der Bau wurde vom Land Niedersachsen mit 19 Mio. Euro gefördert. In der Bauphase und noch bei der Übergabe durch die niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) wurde es unter dem Arbeitstitel „Zentrum für Geriatrie und Frührehabilitation“ (ZGF) geführt, aber diese Bezeichnung wird seit der Inbetriebnahme nicht mehr genutzt, sondern es heißt jetzt „Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie“ (ZNG).

 Viele fleißige Helfer unterstützten den Umzug vom Natruper Holz ins Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie   Viele fleißige Helfer unterstützten den Umzug vom Natruper Holz ins Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie

Fotos: Viele fleißige Helfer unterstützten den Umzug vom Natruper Holz ins Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie



Mediziner des Klinikums Osnabrück für weitere vier Jahre als Chef des Triathlon-Dachverbandes bestätigt

Prof. Dr. Martin Engelhardt, der Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie des Klinikums Osnabrück, ist auf dem Verbandstag der Deutschen Triathlon Union (DTU) für weitere vier Jahre zum Präsidenten des Dachverbandes gewählt worden. Bei der Tagung, die jetzt in Osnabrück stattfand, zeigten die DTU und die Landesverbände große Einigkeit.

Die Wiederwahl von Engelhardt und seiner acht Präsidiumskollegen erfolgte einstimmig. „Der Verbandstag hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die Streitigkeiten der jüngeren Vergangenheit glücklicherweise überwunden haben“, sagte Engelhardt bei einem Empfang im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses. Der alte und neue DTU-Präsident hatte den symbolträchtigen Ort eigens für den Empfang ausgewählt, bei dem zahlreiche Teilnehmer des Verbandstages für ihr Engagement um den Triathlon-Sport geehrt wurden. Unter den Gästen waren auch der niedersächsische Innen- und Sportminister Boris Pistorius und als Hausherr der Osnabrücker Bürgermeister Burkhard Jasper. Pistorius und Jasper würdigten die großen Verdienste von Engelhardt um die Sportmedizin und den Triathlon-Sport.

Engelhardt blickte auf die erfolgreiche Verbandsarbeit in der vorangegangenen Wahlperiode zurück. „Wir haben die finanzielle Konsolidierung geschafft sowie eine neue Geschäftsstelle und eine neue Struktur im Leistungssportbereich aufgebaut“, sagte Engelhardt, der weiter darauf hinwies, dass der Verband zu einer neuen Einheit gefunden habe und nun wieder gestärkt dastehe. Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre solle fortgesetzt werden. Basis für die weitere Arbeit ist ein Zukunftskonzept, das die DTU und die Landesverbände aufgestellt haben.

Es solle gemeinsam daran gearbeitet werden, so Engelhardt, den Stellenwert der Sportart Triathlon weiter zu steigern. Der Osnabrücker Arzt ist selber aktiver Triathlet und hat sich im Bereich der Sportmedizin ebenso wie als Orthopäde einen bekannten Namen erarbeitet. So war Engelhardt etwa leitender Orthopäde der deutschen Olympiamannschaft und gehört der medizinischen Expertenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ebenso wie dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) an.

Das DTU-Präsidium wurde auf dem Verbandstag mit zwei neuen Kompetenzbereichen ausgestattet, nämlich dem Kampfrichter- und Veranstaltungswesen sowie der strategischen Planung und der Aus- und Weiterbildung.

Empfang im Osnabrücker Rathaus: DTU-Präsident Prof Dr. Martin Engelhardt (Mitte), der niedersächsische Innen- und Sportminister Boris Pistorius und der Osnabrücker Bürgermeister Burkhard Jasper.

Empfang im Osnabrücker Rathaus: DTU-Präsident Prof Dr. Martin Engelhardt (Mitte), der niedersächsische Innen- und Sportminister Boris Pistorius und der Osnabrücker Bürgermeister Burkhard Jasper.

 



Die Kenntnisse von Prof. Dr. Martin Engelhardt und von Dr. Casper Grim von der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie des Klinikums Osnabrück waren jetzt in einer außergewöhnlichen Schulung für Krankenhausärzte gefragt. Die Osnabrücker Mediziner zeigten mehreren u.a. aus Friesoythe und Aurich stammenden Kollegen die moderne Technik der Kniegelenksarthroskopie. Die minimal-invasiven Eingriffe, bei denen Verletzungen mit einem speziellen Instrument sichtbar gemacht und behandelt werden, kommen im Klinikum Osnabrück etwa bei Kreuzbandrissen, Meniskus- oder Knorpelschäden zum Einsatz.

An dem Hospitationstag sahen die Mediziner zunächst bei sechs Kniegelenksarthroskopien von Engelhardt und Grim im OP des Klinikums zu. Am Nachmittag zeigten ihnen Grim und Engelhardt ihre Operationstechniken in einem „Mobile Lab“ – einem in einem Lkw untergebrachten mobilen Operationssaal, der eigens auf dem Finkenhügel geparkt war. Bei den Probe-OPs lagen natürlich keine Menschen auf dem Tisch – aber es wurde trotzdem an echten Gelenken operiert: Für die Übungen standen Humanpräparate zur Verfügung, die für derartige Zwecke gespendet worden waren. „Damit können wir unseren Kollegen bei solchen Operationen genau zeigen, worauf es ankommt. An Modellen lässt sich das nicht so gut veranschaulichen“, sagte Dr. Casper Grim.

Die Schulung mit den Osnabrücker Ärzten hatte das Medizintechnik-Unternehmen Arthrex angeboten, dem das „Mobile Lab“ gehört. Wie Anselm Szagun sagte, der zur Besatzung des Schulungs-OPs gehört, sind Engelhardt und Grim besonders gut mit der Arthroskopie-Technik vertraut und verfügen über große Erfahrungen als Operateure und den Einsatz im Krankenhausalltag, so dass das an erfahrene Mediziner gerichtete Symposion mit ihnen organisiert worden sei. Im Klinikum Osnabrück werden jährlich allein mehr als 1500 Arthroskopien an Kniegelenken durchgeführt. Engelhardt, der die Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie des Klinikums Osnabrück leitet, gilt als einer der besten Kniechirurgen Deutschlands.

Das „Mobile Lab“ ist mit zwei Schulungsplätzen und einem Demonstrationsplatz eingerichtet, die mit modernsten Instrumenten und der jüngsten Technik etwa für Implantationen ausgestattet sind. Mit Grim und Engelhardt wurde an zwei Kniegelenken operiert, die aufgerichtet auf speziellen Haltevorrichtungen vor den Ärzten standen. Die Arbeitsschritte der Operateure waren per Arthroskop-Kamera auf großen Videoschirmen und zusätzlich noch auf kleinen Tablet-Displays zu sehen. Die Schulungsteilnehmer führten verschiedene Operationen aus, etwa an Menisken, Kreuzbändern und Knorpeln, dabei wurden sie von den Osnabrücker Experten angeleitet und korrigiert.

Das Medizintechnikunternehmen Arthrex besitzt laut Szagun drei derartige Schulungs-Trucks, die europaweit im Einsatz sind. Für das in Osnabrück eingesetzten Fahrzeug waren Österreich und Polen die nächsten Ziele. Arthrex vertreibt Medizintechnik, Instrumente und Implantate für den orthopädischen Bereich, gleichzeitig ist das Unternehmen in der Forschung, Entwicklung und Weiterbildung von Medizinern aktiv, wobei dabei besonders minimal-invasive Verfahren im Mittelpunkt stehen. In den jeweils über 2 Mio. Euro teuren Schulungsfahrzeugen, die für Schulter-, Knie-, Hand- und Fuß-Operationen ausgelegt sind, wird mit Körperteilen von Spendern aus den USA gearbeitet. Undenkbar, übrigens, eine solche Schulung im Operationssaal eines Krankenhauses durchzuführen: Niemals dürften die Instrumente oder Räume für derartige Präparate genutzt werden.

 Operation im Mobile Lab: Dr. Casper Grim (li.) wies die Mediziner-Kollegen in moderne Verfahren bei der Kniegelenksarthroskopie ein.

Foto: Operation im Mobile Lab: Dr. Casper Grim (li.) wies die Mediziner-Kollegen in moderne Verfahren bei der Kniegelenksarthroskopie ein.



Das Klinikum Osnabrück ist jetzt als erstes maximal versorgendes Krankenhaus in der Region mit all seinen medizinischen und betrieblichen Fachabteilungen nach der besonders anspruchsvollen Qualitätsnorm „DIN ISO 9001:2008“ ausgezeichnet worden. Das Siegel bescheinigt dem Klinikum ein ausgezeichnetes Qualitätsmanagement und eine sehr hohe Prozessqualität in allen Bereichen, es wurde uneingeschränkt für alle medizinischen Abteilungen und die zentralen Prozesse Facility- und Personalmanagement ausgesprochen.

„Das Qualitätssiegel ist eine bedeutende Auszeichnung für uns“, freut sich Frans Blok, der Geschäftsführer des Klinikums Osnabrück. „Durch das Siegel bekommen unsere Patienten die Garantie, dass sie sich darauf verlassen können, dass ihrer Behandlung klar definierte Qualitätsstandards zugrunde liegen, bei den medizinischen Leistungen ebenso wie bei der Hygiene, dem Menüservice, den Krankentransporten oder dem Datenschutz.“ Es stecke ein mehr als zweijähriger Vorbereitungsprozess in der Auszeichnung, der von der Abteilung für Qualitätsmanagement gesteuert und von allen Mitarbeitern des Klinikums mitgetragen worden sei. „Ich bin stolz auf diese Leistung. Dafür danke ich allen Mitarbeitern“, so Blok.

Wie Steffen Jaeger, der Leiter des Qualitätsmanagements des Klinikums Osnabrück, berichtet, wurde das Krankenhaus für das Siegel von zwei Auditoren der renommierten Zertifizierungsgesellschaft DQS (Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen) eine ganze Woche lang überprüft. In insgesamt 42 Terminen wurden sämtliche Abläufe in den verschiedenen Abteilungen und Stationen sowie deren Zusammenarbeit überprüft. „Die Behandlung unserer Patienten ist ein hochkomplexer Prozess, bei dem alle Arbeitsbereiche optimal ineinandergreifen müssen. Um dabei eine hohe Qualität zu gewährleisten, haben wir standardisierte betriebliche Abläufe, die jetzt bei der Qualitätsprüfung durchleuchtet wurden – manchmal auch mit Fragen, die nicht angenehm waren“, erklärt Jaeger.

Der Qualitätsmanager ist stolz, dass die Auditoren nach der Prüfung empfohlen haben, das Zertifikat uneingeschränkt auszustellen. Wie er deutlich macht, wurden neben der sehr guten Vorbereitung der Auditdialoge noch der besonders hohe Prozentanteil an qualifizierten Mitarbeitern, die hohe Kompetenz in den Kernprozessen, eine hervorragende und moderne technische Ausstattung sowie gute Serviceangebote zur Entlastung der Fachkräfte wie Menüservice, Patiententransport und Bestellwesen hervorgehoben. Das Zertifikat ist an jährliche Folgeüberprüfungen sowie einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess geknüpft. „Wir überprüfen unsere Prozesse permanent und überarbeiten sie gegebenenfalls – wobei es das Ziel ist, die Qualität der Behandlung unserer Patienten ständig zu verbessern.“

Für Steffen Jaeger und sein Team ist die erfolgreiche Zertifizierung keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen. „Die Rückmeldungen der Auditoren werden in den kommenden Wochen und Monaten im Unternehmen bewertet und die angemerkten Potentiale in den Klinikalltag integriert. Nur so ergibt sich ein geschlossener Kreis der ständigen Verbesserung“, erklärt er.

Laut Jaeger hat das Klinikum Osnabrück zeitgleich mit der „DIN ISO 9001:2008“-Zertifizierung noch zwei weitere Qualitätsprüfungsverfahren absolviert. Damit seien auch die Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin (Qualitätssiegel Geriatrie) und die Neurologische Frührehabilitation (Q-Reha-Zertifikat) erfolgreich zertifiziert worden. „Wir möchten den Mitarbeitern des Klinikums Osnabrück ganz herzlich für die vergangene und künftige Arbeit an diesem System danken. Sie wird den Patienten ebenso wie den Mitarbeitern zugute kommen“, sagt Jaeger.

Foto: Gemeinsam ausgezeichnet (v.li.): Steffen Jaeger (Leiter Qualitätsmanagement), Prof. Dr. Martin Engelhardt (Ärztlicher Direktor), Frans Blok (Geschäftsführer) und Martin Pope (Pflegedirektor)

Foto: Gemeinsam ausgezeichnet (v.li.): Steffen Jaeger (Leiter Qualitätsmanagement), Prof. Dr. Martin Engelhardt (Ärztlicher Direktor), Frans Blok (Geschäftsführer) und Martin Pope (Pflegedirektor)



Das Klinikum Osnabrück informiert in einer neuen Reihe von Veranstaltungen über das Thema Wundmanagement. Schwerpunkt des ersten Aktionstages am Montag, 10. November, im Großen Seminarraum des Klinikums Osnabrück, Am Finkenhügel 1, sind Druckgeschwüre (Dekubitus), also chronische Wunden, von denen vor allem bettlägerige Patienten betroffen sind. An dem Aktionstag wird in Vorträgen über die Entstehung und Behandlung von solchen Wunden informiert. Weiter gibt es Workshops, in denen Techniken zur Behandlung und Pflege wie Bewegungsförderung oder Unterdrucktherapie vermittelt werden.

Der vom Wundmanagement-Team des Klinikums Osnabrück initiierte und durchgeführte Aktionstag richtet sich an Patienten, pflegende Angehörige und Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegediensten. Die Teilnahme ist kostenlos. „Der erste Schwerpunkt ist ein besonders wichtiges Themenfeld“, sagen Anne Przijbijlski und Ines Schreer vom Wundmanagement-Team des Klinikums Osnabrück. „Obwohl es im pflegerischen Alltag auch bei besten Rahmenbedingungen nicht vermeidbar sein kann, dass ein Dekubitus auftritt, wird es vielfach tabuiert – also ist es wichtig, darüber zu informieren.“

Der Aktionstag beginnt um 11 Uhr mit einer Begrüßung, in der über das Thema Wundversorgung informiert und das Workshop-Programm vorgestellt werden. Um 11.30 Uhr schließt sich der Vortrag „Sinn und Unsinn der ‚modernen’ Wundversorgung“ an. Ab 14 Uhr werden Workshops zu den Themen Bewegungsförderung/Druckentlastung, Fingertest, Blutzuckermessung, Stimmgabeltest, Messung der Durchblutung, Hautpflege, Unterdrucktherapie und Behandlungsablaufplan für Dekubitus-Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung angeboten.

In Deutschland sind etwa 2,5 Mio. Menschen von chronischen Wunden betroffen. Für die Patienten stellen diese Wunden durch häufige Arztbesuche, Begleiterscheinungen wie Bewegungseinschränkungen oder unangenehme Gerüche meist nicht nur ein medizinisches Problem, sondern auch eine große psychische Belastung dar. In der neuen Informationsreihe will das Klinikum daher Aufklärung und Wissen zu den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von chronischen Wunden vermitteln.

Klinikum Osnabrück informiert: Aktionstag Wunde zum Schwerpunkt Dekubitus



Dag Olaf Göpfert

Dag Olaf Göpfert

Ein Steinbruch in der Abenddämmerung, eine Eule im Vorbeiflug, Kraniche in einer Winterlandschaft, Katzen auf Bauernhöfen: Solche und viele weitere Fotos von Dag-Olaf Göpfert sind bis 28. Dezember in der Ausstellung „Landlust“ im Klinikum Osnabrück zu sehen. Der in Osnabrück lebende Landschaftsarchitekt Göpfert, der sich seit vielen Jahren mit der Fotografie beschäftigt, zeigt in der Galerie des Klinikums auf dem Finkenhügel eine Auswahl von Bildern, die bereits in vorangegangenen Ausstellungen zu sehen waren oder mit denen er sich an Naturfotografie-Wettbewerben beteiligt hat. Im ersten Themenblock der Ausstellung stehen Katzenfotos im Mittelpunkt, die Göpfert in einem Zeitraum von zwei Jahren auf Bauernhöfen im Osnabrücker Land aufgenommen hat. Es sei etwas ganz anderes gewesen, Katzen auf Höfen statt wie sonst Tiere in freier Wildbahn zu fotografieren, berichtet Göpfert. Einige Katzen hätten es offenbar regelrecht genossen, fotografiert zu werden. Während einige der Tiere neugierig in die Kamera blickten, hätten andere bewusst weggesehen oder strahlten eine tiefe Ruhe aus. „Katze auf dem Sofa, das kennt jeder. Katzen im Kuhstall oder im Bauerngarten sind etwas Besonderes“, sagt Göpfert. Im zweiten Ausstellungsteil sind Landschaftsbilder, Makro-Aufnahmen und Naturfotos mit Wildtieren zu sehen. Für den in Schleptrup aufgewachsene Göpfert ist die Fotografie Mittel zum „Erhaschen von Augenblicken“ oder zum „Festhalten von Momentaufnahmen“. Seine Bilder erzählten stets eine eigene Geschichte, betont Göpfert, der in seinen Bildern alle Facetten von Naturkreisläufen zeigen möchte.

Novemberwald

Novemberwald

Foto: Dag-Olaf Göpfert und Novemberwald



Alexander Lottis als zweiter Geschäftsführer berufen

In der Aufsichtsratssitzung am 29.10.2014 wurde Alexander Lottis als zweiter Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH und der Service-Gesellschaft Klinikum Osnabrück GmbH berufen. Zukünftig wird Lottis die Geschäftsbereiche Projektmanagement, Recht, Einkauf, Facilitymanagement, Medizintechnik, Qualitätsmanagement und Wirtschaftsdienste übernehmen. Als Hauptgeschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung verantwortet Frans Blok die Geschäftsbereiche Finanzen, Personal, Innenrevision, IT sowie Marketing und Unternehmenskommunikation.

Frans Blok ist seit Februar 2014 alleiniger Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH, der Service-Gesellschaft Klinikum Osnabrück GmbH und der Klinikum Osnabrück Immobilien Verwaltungs GmbH. Vor dem Hintergrund der Sanierungsphase der Klinikum Osnabrück GmbH und der damit verbundenen 150 KosWORK Projekte, der Planinsolvenz der Klinikum Osnabrücker Land GmbH, der anstehenden Neuausrichtung des Standortes Georgsmarienhütte und den zu führenden Verhandlungen bezüglich Mitarbeiter- und Gesellschafterbeiträge, war die Verstärkung der Geschäftsführung mit einer weiteren Person erforderlich geworden.

Alexander Lottis ist bereits seit Januar 2014 im Klinikum Osnabrück als Leiter des Projektmanagements tätig. Er hat das Sanierungsprojekt KosWORK initiiert, im Klinikum ausgerollt und verantwortete als Prokurist die Kontrolle und die Umsetzung des Sanierungskonzeptes.

Alexander Lottis hat nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann wesentliche Management-Positionen im Bankenwesen inne gehabt und hatte in einem deutschlandweit tätigen Beratungsunternehmungen als geschäftsführender Gesellschafter die jeweilige Umsatz-, Ergebnis-, Akquisitions- und Projektverantwortung.

Sein Geschäftsführerkollege, Frans Blok, freut sich über die personelle Veränderung: „Ich bin froh, dass ich mit Herrn Lottis einen sehr erfahrenen Manager an meiner Seite habe. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Herausforderungen des Klinikums Osnabrück und der bisherigen ausgezeichneten Zusammenarbeit war die Berufung eines zweiten Geschäftsführers in der Person von Alexander Lottis ein konsequenter Schritt.“

Die Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH, Frans Blok (li.) und Alexander Lottis

Foto: Die Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH, Frans Blok (li.) und Alexander Lottis



Das Klinikum Osnabrück hat sein Ärzteteam erweitert: Mit Dr. Ursula Richter-Eckhardt verfügt die Klinik für Gefäßchirurgie nun über eine weitere Spezialistin für den Bereich Phlebologie, also die Behandlung von Krampfadern. Mit Richter-Eckhardt will die Klinik für Gefäßchirurgie vor allem ihre Kapazitäten im Bereich der Krampfaderbehandlungen stärken und für mehr Komfort durch kürzere Wartezeiten sorgen.

Bei Krampfadern, auch Varikosen genannt, treten die Venen in geschlängelter oder verästelter Form an der Hautoberfläche hervor. Das tritt meist an den Beinen auf und ist gerade für Frauen, die etwa dreifach häufiger als Männer betroffen sind, ein gefürchteter Alptraum. Die Venenänderungen sind aber längst nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie können sich durch schwere Beine, Jucken, Schmerzen und nächtliche Krämpfe auslösen und schließlich bis zu offenen Beinen mit schwer zu therapierenden Hautdefekten führen. „Kampfadern sind anfangs ein kosmetisches Problem, aber wenn sie Krämpfe oder Schweregefühle auslösen, müssen sie von einem Arzt untersucht und gegebenenfalls behandelt werden“, macht Richter-Eckhardt deutlich.

Varikosen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Zwischen 50 und 80 Prozent der Bevölkerung weisen Venenveränderungen in unterschiedlich starker Ausprägung auf. Wie Richter-Eckhardt erklärt, setzen die Phlebologen am Klinikum zum Erkennen und Eingrenzen von Krampfaderleiden vor allem die Ultraschalldiagnostik ein, die schmerzarm und ohne Röntgenstrahlenstrahlung jederzeit anwendbar ist. Auch zum Ausschluss einer tiefen Venenthrombose oder bei Venenbeschwerden in der Schwangerschaft könne diese Diagnostik schnell und ohne Nebenwirkungen angewandt werden.

Sollte eine Operation nötig sein, könne diese heute meist ambulant erfolgen, so Richter-Eckhardt. „Wir führen kleine Hautinzisionen durch, um auch kosmetisch ein ansprechenden Ergebnis zu erzielen. Auch die häufig beklagten Besenreiserveränderungen am Bein können oft durch gezielte Therapien verbessert werden“, sagt Richter-Eckhardt. Im Anschluss an die Operationen tragen die Patienten Kompressionsstrümpfe, die nach Maß für sie angefertigt werden. Anders als früher kann auf dicke Kompressionsstrümpfe oder Zinkleinenverbände verzichtet werden. „Wir arbeiten mit einer Wundtherapeutin zusammen, die unsere Patienten umfassend berät, wie sie Kompressionsstrümpfe leicht an- und ausziehen können und mit welcher Hauptpflege sie wieder für schöne Beine sorgen können“, erklärt Richter-Eckhardt.

Neben Richter-Eckhardt ist in der Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Osnabrück der Oberarzt Dr. Hans-Gerd Schindler besonders auf die Behandlung von Varikosen spezialisiert. „Ich freue mich, dass wir die Krampfaderbehandlung jetzt noch intensiver und mit weniger Wartezeiten durchführen können“, sagt Chefärztin Dr. Ulrike van Lengerich. „Krampfaderbehandlungen sollten in der kühleren Jahreszeit gemacht werden, da Operation und die damit verknüpfte folgende Kompressionstherapie dann besser tolerabel sind als in den heißen Sommermonaten“, rät sie.

 Dr. Ursula Richter-Eckhardt ist auf die Behandlung von Krampfadern spezialisiert

Foto: Dr. Ursula Richter-Eckhardt ist auf die Behandlung von Krampfadern spezialisiert



Privat-Dozent Dr. Martin Engelhardt, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie des Klinikums Osnabrück, ist als Honorarprofessor an das Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück berufen worden. Die offizielle Bestellung des bekannten Sportmediziners erfolgte am 15.10.2014 in einer Feierstunde im Uni-Sportzentrum an der Jahnstraße.

Es ist die erste Honorarprofessur, die im Fachgebiet Sport/Sportwissenschaften der Universität Osnabrück eingerichtet wurde. Engelhardt soll die Vermittlung von sportmedizinischen Inhalten an die Studenten stärken. Wie die Universität mitteilt, gab es am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften zuvor keine Professur für Sportmedizin, sondern die Vermittlung von sportmedizinisch-naturwissenschaftlichen Studieninhalten sei durch Lehrbeauftragte behelfsmäßig abgedeckt worden. „Ich empfinde die Bestellung als große Auszeichnung und freue mich sehr darüber“, meinte Engelhardt. „Aufgrund abnehmender Bewegungsaktivität bei Kindern und Jugendlichen kommt der Sportmedizin in der Lehrerausbildung eine immer wichtigere Bedeutung bei“, sagte er.

Prof. Dr. Renate Zimmer, die Direktorin des Instituts für Sport- und Bewegungswissenschaften, wies darauf hin, dass Engelhardts Kompetenzen an dem Institut sehr gefragt sind. Der Arzt sei den Sport- und Bewegungswissenschaftlern der Uni durch seine Lehraufträge und eine enge Zusammenarbeit in verschiedenen Projekten bereits gut bekannt. So hat Engelhardt etwa an der Gründung des Projekts Kinderbewegungsstadt mitgewirkt, das sich die Themen Bewegungsförderung und gesunde Ernährung für Kinder und Familien auf die Fahnen geschrieben hat. Die Kinderbewegungsstadt ist eine Initiative der Bürgerstiftung Osnabrück, des Klinikums Osnabrück, des Instituts für Sport- und Bewegungswissenschaften und des ebenfalls an der Uni Osnabrück angesiedelten Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe). Zimmer freute sich, dass Engelhardt durch seine Bestellung zum Honorarprofessor nun noch stärker an die Uni Osnabrück gebunden ist.

Prof. Dr. Peter Elflein, der Leiter des Arbeitsbereichs „Sport und Gesundheit“ am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften, bezeichnete Engelhardt als „führenden Arzt in der Sportmedizin“, seine Berufung stelle eine „Bereicherung für die Fakultät“ dar. Engelhardts Verpflichtung ist das Ergebnis einer dreijährigen Zusammenarbeit. Der Bestellung ging ein Gutachten voraus, in dem gelobt wird, dass es, so aus dem Wortlaut, „keinen vergleichbaren Experten im deutschsprachigen Raum gibt, der eine so gelungene Synthese zwischen praktischer Erfahrung als Sportler und Arzt mit hohem wissenschaftlichen Engagement verbindet“.

Engelhardt hat sich als Arzt, Wissenschaftler, Lehrer und Sportler intensiv mit sportwissenschaftlichen und sportmedizinischen Themen befasst. Der Mediziner, der selbst Triathlon betreibt, war Präsident der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS), ist Chefredakteur der Zeitschrift „Sportorthopädie-Sporttraumalogie“ und Herausgeber der Schriftenreihe „Triathlon und Sportwissenschaft“. Engelhardt ist ferner Mitglied der Medizinischen Expertenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Präsident der Deutschen Triathlon Union (DTU) in den Jahren 1987 bis 2001 und seit 2011, sowie seit dem Jahr 2000 Vorstandsvorsitzender des Wissenschaftsinstituts des deutschen Sports. Zahlreiche Publikationen sind von ihm in deutscher und englischer Sprache erschienen, u.a. das Standardwerk „Sportverletzungen“ mit über 800 Seiten.

Prof. Dr. Martin Engelhardt (Mitte) mit Frau Prof. Dr. Renate Zimmer und Prof. Dr. Peter Elflein von der Universität Osnabrück

Foto: Prof. Dr. Martin Engelhardt (Mitte) mit Frau Prof. Dr. Renate Zimmer und Prof. Dr. Peter Elflein von der Universität Osnabrück



Bei der Reise nach Sierra Leone ist für Hawanatu Jah diesmal alles ganz anders: Die junge Ärztin vom Klinikum Osnabrück, deren Vater aus Sierra Leone stammt, gehört zu den ersten Medizinern aus Deutschland, die Hilfe in dem von der Ebola-Epidemie betroffenen Land leisten. Jah ist am 12. Oktober nach Sierra Leone abgereist. Sie wird sieben Wochen lang in einem Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt Freetown arbeiten, das medizinische Grundversorgung anbietet.

„Seit Anfang Juli sind alle medizinischen Einrichtungen in Sierra Leone geschlossen, bis auf ganz wenige Ausnahmen erhalten die Menschen überhaupt keine medizinische Hilfe mehr“, berichtet Jah. „Das bedeutet, dass selbst ganz normale Erkrankungen wie Malaria oder Durchfall, die dort immer wieder vorkommen und eigentlich medizinische Routine sind, tödlich enden können. Und wenn jemand einen offenen Beinbruch hat oder eine andere blutige Verletzung, traut sich schon gar niemand mehr an ihn heran“, sagt die Ärztin.

Betreiber des Kinderkrankenhauses, des Ola During Childrens Hospital, in dem Jah ihren Einsatz versieht, ist die Kölner Hilfsorganisation Cap Anamur. Jah hat sich gezielt für die Arbeit in dem Kinderkrankenhaus gemeldet, nachdem sie es bei ihrem letzten Aufenthalt in Sierra Leone vor etwa einem halben Jahr kennengelernt hat. „Cap Anamur arbeitet absolut professionell und mit großer Erfahrung. Ich habe alles gesehen, was sie in den letzten Wochen dort gemacht haben und fühle mich gut aufgehoben bei ihnen. Sonst hätte ich mich nicht für einen solchen Einsatz entschieden“, macht die Ärztin klar, die zwar keine Angst, aber gehörigen Respekt vor der Aufgabe hat.

Auch wenn in dem Haus nicht direkt Ebola-Patienten behandelt werden, ist der Einsatz trotzdem gefährlich. Um zu verhindern, dass infizierte Patienten in das 250-Betten-Haus gelangen, wird in einem Nachbargebäude gerade eine Isolierstation eingerichtet, in der neu aufgenommene Patienten auf Ebola untersucht werden. Jah und ihre Kollegen tragen bei der Arbeit mit den Patienten im davon getrennten Krankenhaus aber trotzdem ständig Vollschutzanzüge. „Die Station wird in Anlehnung an die Vorgaben der WHO mit drei Sicherheitsbereichen gebaut, aber es ist eben nie auszuschließen, dass doch ein infizierter Patient in das Krankenhaus gelangt. Deswegen müssen wir uns schützen.“

Ebola wird durch Körperflüssigkeiten übertragen, mit denen die Mediziner bei der Arbeit natürlich in Berührung kommen. „Medikamente geben wir zum Beispiel möglichst in Tabletten und nicht mit Spritzen, um die Anzüge nicht zu gefährden. Darauf ist alles so weit wie möglich ausgerichtet“, erklärt sie. Auch außerhalb der Arbeitszeit sei gut für sie gesorgt: Jah und ihre Kollegen sind in einem Gästehaus untergebracht, das Cap Anamur bereitstellt. Auch die Versorgung sei gesichert.

„Ausschlaggebend war für mich die absolute Notsituation, in der sich Sierra Leone durch Ebola befindet“, sagt die 32-jährige Jah. Das Land, das ebenso wie die Nachbarstaaten immer ganz unten auf dem „Human-Development-Index“ der Vereinten Nationen rangiert, also zu den am wenigsten entwickelten Ländern gehört, sei mit der Ebola-Epidemie absolut überfordert. „Sierra Leone steht vor einer Situation, aus der es ohne Hilfe von außen keinen Ausweg mehr gibt. Alle drei Länder können die Epidemie nicht alleine eindämmen“, macht Jah deutlich.

„Ebola ist eine lokale Katastrophe, aber ein globales Problem. Es ist dringend erforderlich, dass in den drei Ländern betroffenen Ländern geholfen wird. Es fehlt an geeignetem Personal, aber auch an Material und Medikamenten und dem dafür nötigen Geld“, sagt Jah. Zur Eindämmung sei es notwendig, Ebola-Zentren einzurichten und die Erkrankten bzw. infizierten zu isolieren und gleichzeitig viel mehr noch auf Aufklärung zu setzen. „Alles, was bisher gemacht worden ist, reicht bei weitem nicht aus. Und Maßnahnahmen wie Ausgangssperren, wie sie zuletzt bereits verhängt wurden, stellen noch eine zusätzliche Belastung für die Menschen dar, weil sie es nicht gewohnt sind, sich für einen längeren Zeitraum einzudecken. Es hat dort niemand einen Kühlschrank, also können Lebensmittel nicht gelagert werden.“ Ihren bei Bo lebenden Angehörigen geht es, so weit die in Osnabrück lebende Ärztin weiß, bisher gut. Aber auch sie litten unter den Einschränkungen.

Jah hat die ersten Jahre ihrer Kindheit in Bo, der zweitgrößten Stadt Sierra Leones, gelebt. Anschließend ist sie in Lienen aufgewachsen und hat in Lengerich ihr Abitur geschrieben. Nach dem Studium in Gießen hat sie erst am Klinikum Berlin-Friedrichshain gearbeitet und jetzt ist sie seit einem Jahr in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Osnabrück beschäftigt. Das Krankenhaus und die Kollegen unterstützen ihren Einsatz, berichtet Jah – kein Problem, dass die Dienstpläne für ihre zweimonatige Abwesenheit einfach umgestellt wurden.

„Ich bin ja noch gar nicht in Sierra Leone, aber es gibt trotzdem bereits großes Medieninteresse an meinem Einsatz“, berichtet Jah. „Ich habe die meisten Anfragen beantwortet, weil ich darauf hoffe, dass ich dadurch dazu beitragen kann, dass Unterstützung zusammenkommt.“ Cap Anamur sei für die Projektarbeit dringend auf Spenden angewiesen, betont sie. Neben dem Kinderkrankenhaus betreibt die Organisation noch ein Heim für Straßenkinder in Freetown.

Hawanatu Jah (Mitte), Chefarzt Dr. Dr. Yves Garnier und die Stationsleitung Sylvie Schuhmacher

Foto: Hawanatu Jah (Mitte), Chefarzt Dr. Dr. Yves Garnier und die Stationsleitung Sylvie Schuhmacher

 



Letzte Änderung: 26. November 2014