Klinikum Osnabrück

Aktuelles

Das Märchen, in dem die Trauer sagt, dass sie nur helfen kann, wenn die Menschen sie zulassen, thematisierte einen der besonders wichtigen Aspekte des Abends: Um schmerzvolle Erfahrungen wie den Tod eines Kindes zu überwinden, ist es wichtig, sie zuzulassen und sie nicht zu verdrängen. Im Klinikum Osnabrück wurde am zweiten Sonntag im Dezember, dem Tag des „Worldwide Candlelighting“, erstmals Kerzenlichter für „Sternenkinder“ entzündet, also solche Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind.

An der vom Team der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe organisierten Gedenkveranstaltung beteiligten sich zahlreiche Eltern und Angehörige von Sternenkindern ebenso wie Mitarbeiter des Krankenhauses. Priv.-Doz. Dr. Dr. Yves Garnier, der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Osnabrück, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass an dem Gedenktag, der seit Anfang der 1990er Jahre begangen wird, in vielen Ländern auf der ganzen Welt jeweils um 19 Uhr Lichter für Sternenkinder entzündet werden. Dadurch entstehe ein weltweites Lichterband, das an die Kinder erinnere, die nicht Kind sein durften und das den Eltern und Angehörigen verdeutliche, dass es noch andere Familie gebe, die auch von solchem Leid betroffen seien. „Wir wollen uns daran erinnern, dass es Kinder gibt, die nicht mehr bei uns sind, aber in unseren Herzen“, sagte Garnier.

Durch das Programm führte Sonja Pelletier, Oberärztin in der Abteilung für Frauenheilkunde, die auch die Anregung zu der Veranstaltung gegeben hatte. Sie machte deutlich, dass der Tod von Kindern auch für die Mitarbeiter des Krankenhauses eine schwierige Situation darstellt. Sie seien zum Heilen und Helfen angetreten und befänden sich ganz nah dran an den Eltern und Angehörigen, die mit Tod und Endgültigkeit konfrontiert seien. „Alle, die hier zusammen sind, sind auf ihre Art betroffen“, sagte Pelletier.

Nach der Märchenlesung und einigen Musikstücken vom Ensemble „Midwife Vocals“ lud sie die Teilnehmer zum Entzünden der Kerzenlichter ein, anschließend ging die Veranstaltung in Gespräche bei Tee und Kaffee über. Den Midwife Vocals gehören sechs Sängerinnen und eine Pianistin an, die alle die Hebammenschule der Akademie des Klinikums Osnabrück besuchen. Die jungen Frauen hatten sich eigens für den Abend zur Gruppe formiert und das Programm mit Gesangs- und Klavierstücken einstudiert.

Das Team der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und zahlreiche Gäste entzündeten Kerzenlichter für Sternenkinder.

Bildzeile: Das Team der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und zahlreiche Gäste entzündeten Kerzenlichter für Sternenkinder.



„Sternenkinder“ nennen wir Kinder, die vor der Geburt versterben.

Am 14. Dezember ist Tag des “Worldwide Candlelighting”. Mit ins Fenstern gestellten Lichtern geht an diesem Adventsabend ein helles Band einmal um die ganze Welt und erinnert an die Sternenkinder, die für die Familien auf eine besondere Weise für immer Teil des Lebens bleiben und es mit Licht erfüllen. An diesem Tag wird auch die Belegschaft des Klinikums Osnabrück dieser Sternenkinder und ihrer Eltern gedenken.

Die konfessionsungebundene Gedenkfeier findet am 14. Dezember 2014 auf der Ebene 0 im Klinikum Osnabrück statt.

Beginn ist 19:00 Uhr. Im Anschluss sind alle Eingeladen, bei einer Tasse Kaffee oder Tee gemeinsam zu verweilen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Die Notarzt-Versorgung in Osnabrück hat sich weiter verbessert: Zusätzlich zu den beiden Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF), die bisher im 24-Stunden-Betrieb in der Stadt im Einsatz waren, wurde jetzt ein drittes derartiges Fahrzeug in Betrieb genommen.

Der „Neue“ ist ein „Gebrauchter“: Nach Angaben von Dr. Guido Teckemeyer, Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Klinikums Osnabrück, der zu den Medizinern gehört, die den Rettungsdienst in der Stadt versehen, war das jetzt in den Dienst gestellte NEF zuvor als Einsatzleitwagen bei der Berufsfeuerwehr Osnabrück im Einsatz. Nachdem ein neues Einsatzleitfahrzeug angeschafft wurde, steht der etwa zehn Jahre alte Mercedes Vito jetzt für die Einsatzfahrten eines dritten Notarzt-Teams zur Verfügung.

Das Fahrzeug ist jeweils mit einem Krankenhaus-Notarzt und einem Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr besetzt. Bei Einsätzen arbeiten die Besatzungen der Notarzteinsatzfahrzeuge im Rendezvoussystem mit den Teams der Rettungswagen (RTW) zusammen. Die Ärzte im NEF behandeln die Patienten und ordnen weitere Schritte an, anschließend kümmern sich die RTW-Teams um den Transport ins Krankenhaus und die Mediziner können bereits an den nächsten Einsatzort ausrücken. Dadurch sind kurze Einsatzzeiten garantiert.

Sieben RTWs stehen in Osnabrück für die Notfallversorgung zur Verfügung. Die drei Notarzteinsatzfahrzeuge sind dem Klinikum Osnabrück und dem Marienhospital Osnabrück zugeordnet: Beide Krankenhäuser stellen die Rettungsmediziner für jeweils ein Fahrzeug ab, das im 24-Stunden-Betrieb unterwegs ist. Das dritte NEF wird zusätzlich tagsüber von 7.30-19.30 Uhr eingesetzt, wobei es wöchentlich wechselnd mit Ärzten des Klinikums und des Marienhospitals besetzt ist. Die Rettungsassistenten, die die Fahrzeuge fahren, stellt die Berufsfeuerwehr. Wie Teckemeyer erklärt, fielen für das dritte NEF keine Anschaffungskosten an, aber es mussten zusätzliche Personalkapazitäten im Klinikum, dem MHO und bei der Berufsfeuerwehr geschaffen werden.

„Die steigenden Einsatzzahlen in unserem Versorgungsgebiet haben das dritte NEF nötig gemacht“, verdeutlicht Teckemeyer. Wie er und Rettungsassistent Helmut Winkler erklären, fallen von Jahr zu Jahr mehr Notarzt-Einsätze in Osnabrück an. Mit den 5600 Einsätzen, die 2013 gezählt wurden, hat sich die Anzahl innerhalb von nur 20 Jahren mehr als verdoppelt. Zum Vergleich: 1993 waren es 2500 Einsätze, wobei nach Angaben von Winkler in jener Ära ein NEF und drei Rettungswagen in Osnabrück unterwegs waren.

Nach Angaben von Teckemeyer ist das NEF mit allen Medikamenten und Materialien für lebenserhaltende Maßnahmen ausgestattet, u.a. mit einem Beatmungsgerät, einem Defibrillator, einer Absaugpumpe, Überwachungstechnik und Sprechfunkgeräten für die Abstimmung bei Einsätzen. „Wir sind quasi eine kleine Intensivstation auf Rädern, die der Intensivstation auf dem Finkenhügel vorgeschaltet ist“, so Teckemeyer.

Rettungseinsätze in Stadt und Landkreis Osnabrück werden seit Ende 2012 über die Kommunengrenzen hinweg gemeinsam von der kooperativen Leitstelle im Kreishaus auf dem Schölerberg gesteuert. „Der primäre Einsatzbereich des dritten NEF ist die Stadt, aber bei Einsatzspitzen fahren wir auch in den Landkreis “, so Teckemeyer. Nach seinen Angaben versehen alle Anästhesisten und Intensivmediziner, die am Klinikum Osnabrück arbeiten, Notarzt-Einsätze in den NEFs. Dafür ist ein spezieller Fachkunde-Nachweis von der Ärztekammer erforderlich. Um die Versorgung der Patienten auf höchstem Niveau zu gewährleisten, bilden sich die Klinikum-Ärzte regelmäßig fort.

Klinikum-Arzt Dr. Guido Teckemeyer (li.) und Rettungsassistent Helmut Winkler im Cockpit des neuen NEF.

Foto NEF 3: Klinikum-Arzt Dr. Guido Teckemeyer (li.) und Rettungsassistent Helmut Winkler im Cockpit des neuen NEF.



„Gewaltiger logistischer Aufwand“

Das Klinikum Osnabrück hat sein neues „Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie“ (ZNG), wie der 220-Betten-Neubau auf dem Finkenhügel nun endgültig heißt, in Betrieb genommen. Knapp zwei Monate nach der Übergabe des Rohbaus wurden jetzt alle Patienten aus den Abteilungen für Neurologische Frührehabilitation und für Geriatrie/Palliativmedizin, die bisher im Standort Natruper Holz untergebracht waren, in den Neubau auf dem Finkenhügel verlegt.

Dank der generalstabsmäßigen Planung ist dabei alles mit der Präzision eines Uhrwerks abgelaufen: Innerhalb weniger Stunden waren alle Patienten wohlbehalten in ihren neuen Zimmern auf dem Finkenhügel angekommen. Die meisten Patienten legten den Weg in Bussen zurück. 29 Patienten wurden liegend transportiert, also in Krankenwagen gefahren, wobei darunter auch Patienten mit Absaugevorrichtungen, Isolierungspflichtige und solche waren, die ständig von Ärzten oder Fachpersonal begleitet werden mussten.

Die Patienten wurden stationsweise verlegt, die meisten von ihnen waren nur etwas mehr als eine halbe Stunde lang unterwegs. Pfleger, Schwestern und Ärzte brachten die Patienten in die Busse und Krankenwagen, nach immer begleiteten Fahrten wurden sie von weiteren Krankenhauskräften auf dem Finkenhügel in Empfang genommen und in ihre Zimmer geleitet oder gebracht. Jeder war mit einem Umhängeschild versehen, auch das Gepäck wurde mitgenommen.

An dem Umzug waren zahlreiche Mitarbeiter des Klinikums und externe Kräfte wie die Besatzungen der Rettungswagen beteiligt. Alles war bis ins Detail geplant, die Patienten und Angehörigen waren durch ausführliche schriftliche und mündliche Informationen gut auf alles vorbereitet. Jeder wusste bis auf zwei Stunden genau, wann er in sein neues Bett umziehen würde. Angekommen auf dem Finkenhügel freuten sich alle über die großzügig gestalteten und modern eingerichteten Zimmer in dem Neubau. Vor allem die großen Fenster kamen gut an.

„Es steckt eine minutiöse Vorbereitung darin, dass alles so reibungslos abgelaufen ist. Es sah einfach aus – aber in Wirklichkeit war es ein gewaltiger logistischer Aufwand, den unsere Mitarbeiter wirklich glänzend bewältigt haben. Dafür danke ich allen Beteiligten sehr“, lobte Frans Blok, der Geschäftsführer des Klinikums Osnabrück. In dem ZNG stehen auf fünf Ebenen 122 hell und modern gestaltete Bettenzimmer sowie Therapieräume, eine Intensivstation, Operationssäle und alle weiteren wichtigen Untersuchungs- und Behandlungseinrichtungen für Patienten aus den Bereichen Neurologie, Geriatrie und Palliativmedizin zur Verfügung. Auch eine Stroke Unit mit den bei Schlaganfällen so wichtigen Einrichtungen für die (Früh-)Rehabilitation ist vorhanden.

In dem Zentrum sind die Akutneurologie, die neurologische Frührehabilitation, die Geriatrie, die geriatrische Rehabilitation und die Palliativmedizin angesiedelt. Geriatrie und Palliativmedizin waren bisher im Standort Natruper Holz untergebracht, der aufgegeben wird. „Der ZNG bringt viele wirtschaftliche Vorteile, da künftig keine Krankentransporte mehr bei Untersuchungen und Operationen nötig sind, vor allem aber bedeutet es einen großen Schritt nach vorn bei der medizinischen Versorgungsqualität für die ganze Region. Das Zentrum ist so ausgelegt, dass Patienten gleichzeitig in allen nötigen medizinischen Fachgebieten behandelt werden und nicht mehr nacheinander die verschiedenen medizinischen Abteilungen durchlaufen. Gerade in der Neurologie ist das wichtig“, machte Blok deutlich. Auch in den Bereichen der Alters- und Palliativmedizin verbessere das ZNG das Versorgungsangebot.

Das multidisziplinäre Zentrum mit seinen hoch spezialisierten Einrichtungen wurde in 2,5-järhiger Bauzeit für 37,9 Mio. Euro errichtet. Der Bau wurde vom Land Niedersachsen mit 19 Mio. Euro gefördert. In der Bauphase und noch bei der Übergabe durch die niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) wurde es unter dem Arbeitstitel „Zentrum für Geriatrie und Frührehabilitation“ (ZGF) geführt, aber diese Bezeichnung wird seit der Inbetriebnahme nicht mehr genutzt, sondern es heißt jetzt „Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie“ (ZNG).

 Viele fleißige Helfer unterstützten den Umzug vom Natruper Holz ins Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie   Viele fleißige Helfer unterstützten den Umzug vom Natruper Holz ins Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie

Fotos: Viele fleißige Helfer unterstützten den Umzug vom Natruper Holz ins Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie



Mediziner des Klinikums Osnabrück für weitere vier Jahre als Chef des Triathlon-Dachverbandes bestätigt

Prof. Dr. Martin Engelhardt, der Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie des Klinikums Osnabrück, ist auf dem Verbandstag der Deutschen Triathlon Union (DTU) für weitere vier Jahre zum Präsidenten des Dachverbandes gewählt worden. Bei der Tagung, die jetzt in Osnabrück stattfand, zeigten die DTU und die Landesverbände große Einigkeit.

Die Wiederwahl von Engelhardt und seiner acht Präsidiumskollegen erfolgte einstimmig. „Der Verbandstag hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die Streitigkeiten der jüngeren Vergangenheit glücklicherweise überwunden haben“, sagte Engelhardt bei einem Empfang im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses. Der alte und neue DTU-Präsident hatte den symbolträchtigen Ort eigens für den Empfang ausgewählt, bei dem zahlreiche Teilnehmer des Verbandstages für ihr Engagement um den Triathlon-Sport geehrt wurden. Unter den Gästen waren auch der niedersächsische Innen- und Sportminister Boris Pistorius und als Hausherr der Osnabrücker Bürgermeister Burkhard Jasper. Pistorius und Jasper würdigten die großen Verdienste von Engelhardt um die Sportmedizin und den Triathlon-Sport.

Engelhardt blickte auf die erfolgreiche Verbandsarbeit in der vorangegangenen Wahlperiode zurück. „Wir haben die finanzielle Konsolidierung geschafft sowie eine neue Geschäftsstelle und eine neue Struktur im Leistungssportbereich aufgebaut“, sagte Engelhardt, der weiter darauf hinwies, dass der Verband zu einer neuen Einheit gefunden habe und nun wieder gestärkt dastehe. Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre solle fortgesetzt werden. Basis für die weitere Arbeit ist ein Zukunftskonzept, das die DTU und die Landesverbände aufgestellt haben.

Es solle gemeinsam daran gearbeitet werden, so Engelhardt, den Stellenwert der Sportart Triathlon weiter zu steigern. Der Osnabrücker Arzt ist selber aktiver Triathlet und hat sich im Bereich der Sportmedizin ebenso wie als Orthopäde einen bekannten Namen erarbeitet. So war Engelhardt etwa leitender Orthopäde der deutschen Olympiamannschaft und gehört der medizinischen Expertenkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ebenso wie dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) an.

Das DTU-Präsidium wurde auf dem Verbandstag mit zwei neuen Kompetenzbereichen ausgestattet, nämlich dem Kampfrichter- und Veranstaltungswesen sowie der strategischen Planung und der Aus- und Weiterbildung.

Empfang im Osnabrücker Rathaus: DTU-Präsident Prof Dr. Martin Engelhardt (Mitte), der niedersächsische Innen- und Sportminister Boris Pistorius und der Osnabrücker Bürgermeister Burkhard Jasper.

Empfang im Osnabrücker Rathaus: DTU-Präsident Prof Dr. Martin Engelhardt (Mitte), der niedersächsische Innen- und Sportminister Boris Pistorius und der Osnabrücker Bürgermeister Burkhard Jasper.

 



Die Kenntnisse von Prof. Dr. Martin Engelhardt und von Dr. Casper Grim von der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie des Klinikums Osnabrück waren jetzt in einer außergewöhnlichen Schulung für Krankenhausärzte gefragt. Die Osnabrücker Mediziner zeigten mehreren u.a. aus Friesoythe und Aurich stammenden Kollegen die moderne Technik der Kniegelenksarthroskopie. Die minimal-invasiven Eingriffe, bei denen Verletzungen mit einem speziellen Instrument sichtbar gemacht und behandelt werden, kommen im Klinikum Osnabrück etwa bei Kreuzbandrissen, Meniskus- oder Knorpelschäden zum Einsatz.

An dem Hospitationstag sahen die Mediziner zunächst bei sechs Kniegelenksarthroskopien von Engelhardt und Grim im OP des Klinikums zu. Am Nachmittag zeigten ihnen Grim und Engelhardt ihre Operationstechniken in einem „Mobile Lab“ – einem in einem Lkw untergebrachten mobilen Operationssaal, der eigens auf dem Finkenhügel geparkt war. Bei den Probe-OPs lagen natürlich keine Menschen auf dem Tisch – aber es wurde trotzdem an echten Gelenken operiert: Für die Übungen standen Humanpräparate zur Verfügung, die für derartige Zwecke gespendet worden waren. „Damit können wir unseren Kollegen bei solchen Operationen genau zeigen, worauf es ankommt. An Modellen lässt sich das nicht so gut veranschaulichen“, sagte Dr. Casper Grim.

Die Schulung mit den Osnabrücker Ärzten hatte das Medizintechnik-Unternehmen Arthrex angeboten, dem das „Mobile Lab“ gehört. Wie Anselm Szagun sagte, der zur Besatzung des Schulungs-OPs gehört, sind Engelhardt und Grim besonders gut mit der Arthroskopie-Technik vertraut und verfügen über große Erfahrungen als Operateure und den Einsatz im Krankenhausalltag, so dass das an erfahrene Mediziner gerichtete Symposion mit ihnen organisiert worden sei. Im Klinikum Osnabrück werden jährlich allein mehr als 1500 Arthroskopien an Kniegelenken durchgeführt. Engelhardt, der die Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie des Klinikums Osnabrück leitet, gilt als einer der besten Kniechirurgen Deutschlands.

Das „Mobile Lab“ ist mit zwei Schulungsplätzen und einem Demonstrationsplatz eingerichtet, die mit modernsten Instrumenten und der jüngsten Technik etwa für Implantationen ausgestattet sind. Mit Grim und Engelhardt wurde an zwei Kniegelenken operiert, die aufgerichtet auf speziellen Haltevorrichtungen vor den Ärzten standen. Die Arbeitsschritte der Operateure waren per Arthroskop-Kamera auf großen Videoschirmen und zusätzlich noch auf kleinen Tablet-Displays zu sehen. Die Schulungsteilnehmer führten verschiedene Operationen aus, etwa an Menisken, Kreuzbändern und Knorpeln, dabei wurden sie von den Osnabrücker Experten angeleitet und korrigiert.

Das Medizintechnikunternehmen Arthrex besitzt laut Szagun drei derartige Schulungs-Trucks, die europaweit im Einsatz sind. Für das in Osnabrück eingesetzten Fahrzeug waren Österreich und Polen die nächsten Ziele. Arthrex vertreibt Medizintechnik, Instrumente und Implantate für den orthopädischen Bereich, gleichzeitig ist das Unternehmen in der Forschung, Entwicklung und Weiterbildung von Medizinern aktiv, wobei dabei besonders minimal-invasive Verfahren im Mittelpunkt stehen. In den jeweils über 2 Mio. Euro teuren Schulungsfahrzeugen, die für Schulter-, Knie-, Hand- und Fuß-Operationen ausgelegt sind, wird mit Körperteilen von Spendern aus den USA gearbeitet. Undenkbar, übrigens, eine solche Schulung im Operationssaal eines Krankenhauses durchzuführen: Niemals dürften die Instrumente oder Räume für derartige Präparate genutzt werden.

 Operation im Mobile Lab: Dr. Casper Grim (li.) wies die Mediziner-Kollegen in moderne Verfahren bei der Kniegelenksarthroskopie ein.

Foto: Operation im Mobile Lab: Dr. Casper Grim (li.) wies die Mediziner-Kollegen in moderne Verfahren bei der Kniegelenksarthroskopie ein.



Das Klinikum Osnabrück ist jetzt als erstes maximal versorgendes Krankenhaus in der Region mit all seinen medizinischen und betrieblichen Fachabteilungen nach der besonders anspruchsvollen Qualitätsnorm „DIN ISO 9001:2008“ ausgezeichnet worden. Das Siegel bescheinigt dem Klinikum ein ausgezeichnetes Qualitätsmanagement und eine sehr hohe Prozessqualität in allen Bereichen, es wurde uneingeschränkt für alle medizinischen Abteilungen und die zentralen Prozesse Facility- und Personalmanagement ausgesprochen.

„Das Qualitätssiegel ist eine bedeutende Auszeichnung für uns“, freut sich Frans Blok, der Geschäftsführer des Klinikums Osnabrück. „Durch das Siegel bekommen unsere Patienten die Garantie, dass sie sich darauf verlassen können, dass ihrer Behandlung klar definierte Qualitätsstandards zugrunde liegen, bei den medizinischen Leistungen ebenso wie bei der Hygiene, dem Menüservice, den Krankentransporten oder dem Datenschutz.“ Es stecke ein mehr als zweijähriger Vorbereitungsprozess in der Auszeichnung, der von der Abteilung für Qualitätsmanagement gesteuert und von allen Mitarbeitern des Klinikums mitgetragen worden sei. „Ich bin stolz auf diese Leistung. Dafür danke ich allen Mitarbeitern“, so Blok.

Wie Steffen Jaeger, der Leiter des Qualitätsmanagements des Klinikums Osnabrück, berichtet, wurde das Krankenhaus für das Siegel von zwei Auditoren der renommierten Zertifizierungsgesellschaft DQS (Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen) eine ganze Woche lang überprüft. In insgesamt 42 Terminen wurden sämtliche Abläufe in den verschiedenen Abteilungen und Stationen sowie deren Zusammenarbeit überprüft. „Die Behandlung unserer Patienten ist ein hochkomplexer Prozess, bei dem alle Arbeitsbereiche optimal ineinandergreifen müssen. Um dabei eine hohe Qualität zu gewährleisten, haben wir standardisierte betriebliche Abläufe, die jetzt bei der Qualitätsprüfung durchleuchtet wurden – manchmal auch mit Fragen, die nicht angenehm waren“, erklärt Jaeger.

Der Qualitätsmanager ist stolz, dass die Auditoren nach der Prüfung empfohlen haben, das Zertifikat uneingeschränkt auszustellen. Wie er deutlich macht, wurden neben der sehr guten Vorbereitung der Auditdialoge noch der besonders hohe Prozentanteil an qualifizierten Mitarbeitern, die hohe Kompetenz in den Kernprozessen, eine hervorragende und moderne technische Ausstattung sowie gute Serviceangebote zur Entlastung der Fachkräfte wie Menüservice, Patiententransport und Bestellwesen hervorgehoben. Das Zertifikat ist an jährliche Folgeüberprüfungen sowie einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess geknüpft. „Wir überprüfen unsere Prozesse permanent und überarbeiten sie gegebenenfalls – wobei es das Ziel ist, die Qualität der Behandlung unserer Patienten ständig zu verbessern.“

Für Steffen Jaeger und sein Team ist die erfolgreiche Zertifizierung keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen. „Die Rückmeldungen der Auditoren werden in den kommenden Wochen und Monaten im Unternehmen bewertet und die angemerkten Potentiale in den Klinikalltag integriert. Nur so ergibt sich ein geschlossener Kreis der ständigen Verbesserung“, erklärt er.

Laut Jaeger hat das Klinikum Osnabrück zeitgleich mit der „DIN ISO 9001:2008“-Zertifizierung noch zwei weitere Qualitätsprüfungsverfahren absolviert. Damit seien auch die Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin (Qualitätssiegel Geriatrie) und die Neurologische Frührehabilitation (Q-Reha-Zertifikat) erfolgreich zertifiziert worden. „Wir möchten den Mitarbeitern des Klinikums Osnabrück ganz herzlich für die vergangene und künftige Arbeit an diesem System danken. Sie wird den Patienten ebenso wie den Mitarbeitern zugute kommen“, sagt Jaeger.

Foto: Gemeinsam ausgezeichnet (v.li.): Steffen Jaeger (Leiter Qualitätsmanagement), Prof. Dr. Martin Engelhardt (Ärztlicher Direktor), Frans Blok (Geschäftsführer) und Martin Pope (Pflegedirektor)

Foto: Gemeinsam ausgezeichnet (v.li.): Steffen Jaeger (Leiter Qualitätsmanagement), Prof. Dr. Martin Engelhardt (Ärztlicher Direktor), Frans Blok (Geschäftsführer) und Martin Pope (Pflegedirektor)



Das Klinikum Osnabrück informiert in einer neuen Reihe von Veranstaltungen über das Thema Wundmanagement. Schwerpunkt des ersten Aktionstages am Montag, 10. November, im Großen Seminarraum des Klinikums Osnabrück, Am Finkenhügel 1, sind Druckgeschwüre (Dekubitus), also chronische Wunden, von denen vor allem bettlägerige Patienten betroffen sind. An dem Aktionstag wird in Vorträgen über die Entstehung und Behandlung von solchen Wunden informiert. Weiter gibt es Workshops, in denen Techniken zur Behandlung und Pflege wie Bewegungsförderung oder Unterdrucktherapie vermittelt werden.

Der vom Wundmanagement-Team des Klinikums Osnabrück initiierte und durchgeführte Aktionstag richtet sich an Patienten, pflegende Angehörige und Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegediensten. Die Teilnahme ist kostenlos. „Der erste Schwerpunkt ist ein besonders wichtiges Themenfeld“, sagen Anne Przijbijlski und Ines Schreer vom Wundmanagement-Team des Klinikums Osnabrück. „Obwohl es im pflegerischen Alltag auch bei besten Rahmenbedingungen nicht vermeidbar sein kann, dass ein Dekubitus auftritt, wird es vielfach tabuiert – also ist es wichtig, darüber zu informieren.“

Der Aktionstag beginnt um 11 Uhr mit einer Begrüßung, in der über das Thema Wundversorgung informiert und das Workshop-Programm vorgestellt werden. Um 11.30 Uhr schließt sich der Vortrag „Sinn und Unsinn der ‚modernen’ Wundversorgung“ an. Ab 14 Uhr werden Workshops zu den Themen Bewegungsförderung/Druckentlastung, Fingertest, Blutzuckermessung, Stimmgabeltest, Messung der Durchblutung, Hautpflege, Unterdrucktherapie und Behandlungsablaufplan für Dekubitus-Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung angeboten.

In Deutschland sind etwa 2,5 Mio. Menschen von chronischen Wunden betroffen. Für die Patienten stellen diese Wunden durch häufige Arztbesuche, Begleiterscheinungen wie Bewegungseinschränkungen oder unangenehme Gerüche meist nicht nur ein medizinisches Problem, sondern auch eine große psychische Belastung dar. In der neuen Informationsreihe will das Klinikum daher Aufklärung und Wissen zu den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von chronischen Wunden vermitteln.

Klinikum Osnabrück informiert: Aktionstag Wunde zum Schwerpunkt Dekubitus



Dag Olaf Göpfert

Dag Olaf Göpfert

Ein Steinbruch in der Abenddämmerung, eine Eule im Vorbeiflug, Kraniche in einer Winterlandschaft, Katzen auf Bauernhöfen: Solche und viele weitere Fotos von Dag-Olaf Göpfert sind bis 28. Dezember in der Ausstellung „Landlust“ im Klinikum Osnabrück zu sehen. Der in Osnabrück lebende Landschaftsarchitekt Göpfert, der sich seit vielen Jahren mit der Fotografie beschäftigt, zeigt in der Galerie des Klinikums auf dem Finkenhügel eine Auswahl von Bildern, die bereits in vorangegangenen Ausstellungen zu sehen waren oder mit denen er sich an Naturfotografie-Wettbewerben beteiligt hat. Im ersten Themenblock der Ausstellung stehen Katzenfotos im Mittelpunkt, die Göpfert in einem Zeitraum von zwei Jahren auf Bauernhöfen im Osnabrücker Land aufgenommen hat. Es sei etwas ganz anderes gewesen, Katzen auf Höfen statt wie sonst Tiere in freier Wildbahn zu fotografieren, berichtet Göpfert. Einige Katzen hätten es offenbar regelrecht genossen, fotografiert zu werden. Während einige der Tiere neugierig in die Kamera blickten, hätten andere bewusst weggesehen oder strahlten eine tiefe Ruhe aus. „Katze auf dem Sofa, das kennt jeder. Katzen im Kuhstall oder im Bauerngarten sind etwas Besonderes“, sagt Göpfert. Im zweiten Ausstellungsteil sind Landschaftsbilder, Makro-Aufnahmen und Naturfotos mit Wildtieren zu sehen. Für den in Schleptrup aufgewachsene Göpfert ist die Fotografie Mittel zum „Erhaschen von Augenblicken“ oder zum „Festhalten von Momentaufnahmen“. Seine Bilder erzählten stets eine eigene Geschichte, betont Göpfert, der in seinen Bildern alle Facetten von Naturkreisläufen zeigen möchte.

Novemberwald

Novemberwald

Foto: Dag-Olaf Göpfert und Novemberwald



Alexander Lottis als zweiter Geschäftsführer berufen

In der Aufsichtsratssitzung am 29.10.2014 wurde Alexander Lottis als zweiter Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH und der Service-Gesellschaft Klinikum Osnabrück GmbH berufen. Zukünftig wird Lottis die Geschäftsbereiche Projektmanagement, Recht, Einkauf, Facilitymanagement, Medizintechnik, Qualitätsmanagement und Wirtschaftsdienste übernehmen. Als Hauptgeschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung verantwortet Frans Blok die Geschäftsbereiche Finanzen, Personal, Innenrevision, IT sowie Marketing und Unternehmenskommunikation.

Frans Blok ist seit Februar 2014 alleiniger Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH, der Service-Gesellschaft Klinikum Osnabrück GmbH und der Klinikum Osnabrück Immobilien Verwaltungs GmbH. Vor dem Hintergrund der Sanierungsphase der Klinikum Osnabrück GmbH und der damit verbundenen 150 KosWORK Projekte, der Planinsolvenz der Klinikum Osnabrücker Land GmbH, der anstehenden Neuausrichtung des Standortes Georgsmarienhütte und den zu führenden Verhandlungen bezüglich Mitarbeiter- und Gesellschafterbeiträge, war die Verstärkung der Geschäftsführung mit einer weiteren Person erforderlich geworden.

Alexander Lottis ist bereits seit Januar 2014 im Klinikum Osnabrück als Leiter des Projektmanagements tätig. Er hat das Sanierungsprojekt KosWORK initiiert, im Klinikum ausgerollt und verantwortete als Prokurist die Kontrolle und die Umsetzung des Sanierungskonzeptes.

Alexander Lottis hat nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann wesentliche Management-Positionen im Bankenwesen inne gehabt und hatte in einem deutschlandweit tätigen Beratungsunternehmungen als geschäftsführender Gesellschafter die jeweilige Umsatz-, Ergebnis-, Akquisitions- und Projektverantwortung.

Sein Geschäftsführerkollege, Frans Blok, freut sich über die personelle Veränderung: „Ich bin froh, dass ich mit Herrn Lottis einen sehr erfahrenen Manager an meiner Seite habe. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Herausforderungen des Klinikums Osnabrück und der bisherigen ausgezeichneten Zusammenarbeit war die Berufung eines zweiten Geschäftsführers in der Person von Alexander Lottis ein konsequenter Schritt.“

Die Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH, Frans Blok (li.) und Alexander Lottis

Foto: Die Geschäftsführer der Klinikum Osnabrück GmbH, Frans Blok (li.) und Alexander Lottis



Letzte Änderung: 15. Dezember 2014